Dreimal hat nun der Mond die Erde schon gegrüßet

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Dreimal hat nun der Mond die Erde schon gegrüßet Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Dreimal hat nun der Mond die Erde schon gegrüßet,
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Seit sich der Schmerz um eure Nerven schlang,
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Und Thränen, die ihr sonst so fest in sie verschließet,
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Aus euren Drüsen rang.

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Ihr blickt auf meine Hand, daß sie vor Sonnenpfeilen
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Mitleidig euch zum Schilde werden soll,
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Und auf den grünen Schirm, die Feuerglut zu theilen,
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Die aus dem Scharlach quoll.

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Was habt ihr doch gethan, ihr Märtyrer! ihr Augen!
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Ließ ich euch meines Feindes Unglück freun?
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Aus euch, ein Mädchen Gift für ihre Tugend saugen?
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Ist's so: dann trocknet ein!

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Wie? oder lockte je des Wuchrers goldner Wagen
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Nur einen Blick voll Neid von euch heraus?
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Und konntet nicht den Glanz des Ordenssterns ertragen?
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Wüßt ich's: Ich riß' euch aus!

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Das nicht! Ihr habet oft mit Traurigen geweinet,
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Und mit den Fröhlichen so gern gelacht!
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Und nun ist euch der Blick nach beiden dick verzäunet,
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Und nun kommt solche Nacht?

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Sprich, Sonne! sahst du nicht, wenn aller Augen schliefen,
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Die meinen schon auf unsers Harzes Höhn,
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Wie Zähren dir entzückt darin entgegen liefen,
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Im Morgenschimmer stehn?

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Verweiltest du dich nicht noch gern am Horizonte,
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Wenn ich am Bach' zu Laurens Füßen saß,
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Wo dieses Auge selbst, so einsam! sprechen konnte,
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Und nur in ihrem las?

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Jetzt aber meidet scheu mein Auge deine Strahlen,
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Es flüchtet schon vor meiner Lampe Schein.
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O! sieh mich nicht mehr an! du mehrest meine Qualen!
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Laß mich in Nacht allein.

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Doch, laß nur, selbst mit Schmerz mich Laurens Antlitz sehen!
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(was seh' ich sonst liebreichers außer ihr?)
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Nicht Einen Seufzer soll der Wind dann mir entwehen,
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Entziehst gleich du dich mir.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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