Jammer! Meinen Freund hab' ich verloren

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Jammer! Meinen Freund hab' ich verloren Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Jammer! Meinen Freund hab' ich verloren,
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Meinen einzigen auf dieser Welt!
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Ha! da liegt er mit gesenkten Ohren,
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Der mir oft noch Muth ins Herz gebellt,
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Und mir Trost hat zugewedelt! –
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Ha! da liegt – mein letztes in der Welt!
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Damals, als auf einer kleinen Trümmer
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Mich die Fluth an diese Wüste trieb,
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Sprang er aus dem Wracke, schwamm mir immer
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Hinten nach, und sah nur, wo ich blieb;
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Leckte mich am Ufer trocken! –
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Welcher Mensch hat seinen Freund so lieb?
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Hüt' und Schuhe, die am Ufer schwammen,
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Holt' er unermüdet aus der See,
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Trug zum Feuer Reiser Holz zusammen,
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Fing mir alle Tag' ein junges Reh;
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Vögel, die ihn noch nicht kannten,
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Hascht' er listig in dem hohen Klee.
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Dann so lagen wir bei unserm Feuer,
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Aßen mit einander; süßer Ruh',
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Caro, guter Caro! mein Getreuer!
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Pflegten wir zusammen, ich und du.
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Aber, welcher Kokus-Wipfel
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Säuselt nun mir wieder Schlummer zu?
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Wachen werd' ich, mich zu Tode wachen,
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Und das will ich, bester Caro, gern,
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Wenn nicht früher eines Tigers Rachen
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Schon erwürget deinen alten Herrn;
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O! er sollt' ihn nicht erwürgen,
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Wärest du, mein Tapfrer! nur nicht fern.
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Aber trennen sollen wir uns, trennen?
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Niemals wieder in der bessern Welt,
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Als zwei Wesen bessrer Art, uns kennen?
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War dein Geist nur Stoff, der auch zerfällt?
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Nein! auch er geht nicht verloren,
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Wenn die Treue dort erst Lohn erhält.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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