Als ich jüngst an

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Als ich jüngst an Titel entspricht 1. Vers(1788)

1
Als ich jüngst an
2
Mich des Wonnemondes freute;
3
Als ich an la
4
Jedem Rheinschiff' das Geleite
5
Mit den Augen gab am Strand',
6
Bis in dunkelblauer Weite
7
Mast und Wimpel uns verschwand;
8
Als bei
9
Ihm mein Herz entgegen hüpfte,
10
Und, vor
11
Ich mit
12
Wie Petrarch und Laura knüpfte;
13
Als ich weinend vor dem blinden,
14
Doch zufriednen
15
Als in seinen Veilchengründen
16
Als so rasch am Krückenstabe
17
Und mein Herz, als kleine Gabe
18
Auf der Pilgrimschaft zum Grabe,
19
Nah am Ziel', noch mit sich nahm;
20
Als mit mir bei Mondenscheine
21
In dem blühnden Lindenhaine
22
Ich am Fall' des Rheins, von Schaume
23
Naßgesprützt, ihm wie im Traume,
24
Staunend an dem Arme hing:
25
Ach! da war mir wohl! Noch besser,
26
(seufzt' ich dann für mich allein,)
27
Als am lieblichsten Gewässer,
28
Wird am Zorgafluß' dir seyn,
29
Wenn dein
30
Auf dem Steckenpferde springt,
31
Und dir alle sein Vermögen –
32
Seine bunte Trommel – bringt;
33
Um mein Knie die Arme schlägt,
34
Hererzählet seine Thaten
35
Und Vocabeln, und mich frägt:
36
Bleibst nun bei uns über Nacht?
37
Hast nicht bleyerne Soldaten
38
Mir von
39
Aber ach! mit bleichen Wangen,
40
Und in traurendem Gewand',
41
Kam die Mutter, an der Hand
42
Unsern Fritz, dahergegangen.
43
Beide schwiegen; ich verstand
44
Dieses fürchterliche Schweigen. –
45
Schönes Veilchen, mußtest du
46
Schon so früh der Erde zu
47
Deinen Kelch mit Balsam, neigen?
48
Wein' dich aus, du volles Herz!
49
Thränen kannst du nur vergeuden.
50
Meiner Liebe lange Leiden,
51
Meiner Augen Folterschmerz,
52
Konnt' ich mir versingen. Doch
53
Meine Lipp' ist itzt verstummet!
54
Denn vor meinem Ohre summet
55
Hätt' ich deinen Ruf gehört:
56
Ach mein Sohn! aus fernem Lande
57
Wär' ich schnell zurückgekehrt.
58
Doch wozu? Um dich im Sande
59
Zu verscharren? O mein Sohn!
60
Trankest du den süßen Mohn
61
Aus des Todes Becher schon,
62
Eh' ich selbst ihn kosten durfte?
63
Wär' es möglich: Gott! ich schlurfte
64
Rein, für dich, noch itzt ihn aus,
65
Hülfe dir aus deinem Grabe
66
Wieder an das Licht heraus!
67
Denn seit ich nicht dich mehr habe,
68
Losch die Freud' ihr Lämpchen aus.
69
Deine Mutter sitzt versteint,
70
Auf dem Schooß' dein Schifferhütchen,
71
Hört von Fritz dein Wiegenliedchen,
72
Blickt auf deinen Hut, und weint.
73
Trösten soll ich sie? besiegt
74
Wörterschwall, den Schmerz um deinen
75
Tod? – Wir wollen beide weinen,
76
Bis der Thränen Quell versiegt.
77
Wer uns liebet, o! der weine
78
Mit uns! Wer ihn hat gekannt,
79
Weint von selbst um ihn, dem keine
80
Mutter, jemals leer die Hand
81
Reichte, ach! um ihn, der seine
82
Schmerzen, wie ein Mann bestand!
83
Wär' er einstens auf dem langen
84
Rauhen Pfad', ins Heiligthum
85
Hoher Weisheit, eingegangen:
86
Aller seiner Ahnen Ruhm
87
Hätt' er sicher überschattet,
88
Und den meinigen ergänzt,
89
Ja! am Ziel' hätt' ich ermattet
90
Ihn vielleicht noch selbst bekränzt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.