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Ach! gelassen, nicht mit Grimme,
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Bitt' ich dich noch einmal um Gehör;
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Oder kennst du meine Stimme,
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Die dir sonst bezaubernd klang, nicht mehr?
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Fürchtest du, der Schwermuth Klagen
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Möchten dir am Herzen nagen?
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Fürchte nichts! ich liebe dich zu sehr!
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Kannst du itzt dich noch besinnen,
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Armes Mädchen, so besinne dich!
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Glaube, meine Thränen rinnen
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Mehr um deine Blindheit, als für mich.
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Sey aus meinem Arm' entronnen,
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Stürze nur nicht unbesonnen
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Ohn' Erretten in den Abgrund dich!
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Welcher Trank hat deine Sinnen,
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Diese Sclaven, wider dich empört?
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Gibt es itzt noch Zauberinnen,
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Gab auch die Natur dem Weibe
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Schwächern Geist, bei schönerm Leibe,
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Dennoch ward so schwach er nicht genährt.
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Zwar die Liebe trotzt Barbaren
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Thränen für den Kuß der Hirtin ab,
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Lehret den Verschwender sparen,
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Oeffnet Geitzigen des Goldes Grab;
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Bricht, wie Glas, durch zarte Hände,
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Stäb' und Riegel; hohe Wände
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Springt die Feigheit selbst durch sie herab.
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Laß sie mit den Thoren scherzen,
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Mit zwo edlen Seelen scherzt sie nicht!
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Durch die Sympathie der Herzen
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Lockt sie hier, und dort, mit dem Gesicht'.
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Was den stillen Hirsch empöret,
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Selbst was Täubchen girren lehret,
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Nicht der Wollust sey mein Herz geweiht.
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Aber etwas von dem allen
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Mög' in meinem Blute wallen,
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Wo die Tugend Ebb' und Flut gebeut.
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Diese Mischung tränkt mit Freuden,
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Die von Tausenden nur Einer kennt.
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Aber hatte nicht uns beiden
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Dieß Geheimniß die Natur gegönnt?
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Wird – wie soll ich wohl ihn nennen? –
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Wird auch der es jemals kennen,
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Welchem itzt dein Fuß entgegen rennt?
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Wird sein Herz wie Wachs zerfließen?
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Wenn er ja noch deine Lieder liest!
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Wird sein Geist den Kuß versüßen,
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Den sein Mund von deinem Munde küßt?
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Wird vor deinen Melodien
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Wohl sein Eigensinn entfliehen,
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Wenn der Ekel seine Freuden frißt?
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Wird er mit des Witzes Kerze
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Je die Nacht auf deiner Stirn' zerstreun?
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Wird er deinem stummen Schmerze
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Seine trostberedte Zunge leihn?
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Wird er weinend auf dich blicken,
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Seufzend dir die Hände drücken,
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Noch bei grauem Sternenhimmel
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Wird er weg von deiner Seite fliehn,
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In dem Hund'- und Roß-Getümmel
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Froh und wild hinaus zum Morden ziehn,
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Und bedeckt von Blut und Staube,
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Wird er stehn bei seinem Raube,
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Ohn' um deinen Kuß sich zu bemühn!
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Aberwitz des lahmen Boten
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Oeffnet ihm der Weisheit goldnes Thor,
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Eine Volte seines Braunen
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Hebt zu himmlischern Erstaunen
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Wenn aus Ahnenreichen Bauren
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Sein Burgunder frechen Unsinn schreyt,
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O! wie wirst du heimlich trauren,
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Wenn man so dein heilig Ohr entweiht;
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Daß dein Blut, heraufgegangen
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Aus den Zähen in die Wangen,
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Wie dein Auge, jeden Anblick scheut.
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Reitze, die ich dann noch fände,
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Wenn sie schon ein Raub der Jahre sind,
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Nehmen schnell bei ihm ein Ende,
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Denn sein Aug' ist für die Seele blind.
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Willst du weinen? willst du zürnen?
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Wenn ihn eine deiner Dirnen
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Mit der Herrschaft über dich gewinnt?
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Wagt' ich je den Stolz, zu sagen:
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Ich verdiente dich der Mädchen Preis?
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Das Vergangne will ich tragen;
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Kannst du mich lieben? Nun, so sey's!
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Ich will selbst zuerst dich preisen,
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Schenke nur dich einem Weisen,
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Der dich so wie ich zu schätzen weiß.