Mein treuer Hengst! du weißt, ich liebe dich

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Mein treuer Hengst! du weißt, ich liebe dich Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Mein treuer Hengst! du weißt, ich liebe dich;
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Du sollst auch alt in meinem Stalle sterben;
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Du weißt, nicht Zorn, nicht Wettlauf reitzte mich,
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Mit deinem Blut' die Sporen roth zu färben.
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Ich will nicht reich durch deine Füße werden,
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Mehr bist du mir als Gold der Wetten werth,
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Und warest doch von allen schnellen Pferden
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In
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Ach! gutes Thier, was sind fünf tausend Pfund,
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Die so geschwind dein leichter Huf errennet?
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Mich machten sie nicht glücklich, nicht gesund,
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Mich Kranken, der ein einzig Gut nur kennet.
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Dieß ist das Ziel, zu dem wir heute fliegen,
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Und dieses Ziel, mein Alles in der Welt;
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Der Ruhm, o Roß! hat dich gelehrt zu siegen,
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Die Liebe lehrt allein, wie man gefällt.
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Kein Wasser sey zu tief, schwimm du hinüber,
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Kein Schlagbaum sey zu hoch, kein Steg zu schmal,
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Kein Graben dir zu breit, spring rasch darüber,
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Sey nirgend, Roß! und sey doch überall!
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Sieh auf, mein Pferd! auf halbem Wege schreitet
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Die Sonne schon, doch eh' ihr letzter Schein
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Noch Purpurfarb' auf mein Gesicht verbreitet,
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Muß ich im Arm' von meinem
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Nun biege dich, und nimm geschwind mich auf!
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Rasch! tummle dich! dieß Ziel noch zu erreichen.
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Wie wird sie dir, zum Preis für deinen Lauf,
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Den Schwanenhals mit sanften Händen streichen!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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