Unter meinem Lindenbaume

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Unter meinem Lindenbaume Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Unter meinem Lindenbaume
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Lag ich schlafend hingestreckt,
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Als mich aus dem schönsten Traume
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Nahes Gehn und Reden weckt.
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Denn ein Mann am Blumenstabe,
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Ging da hoher Würde voll,
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Auch ein wunderschöner Knabe;
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Amor war es und Apoll.
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»sieh! wer ist das? Meinen Bogen,
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Weiß ich sicher, hab' ich noch
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Nie für diesen aufgezogen;
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Endlich treff' ich ihn nun doch.«
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Ich erschrack, doch blieb ich liegen,
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That, als schlief ich; denn Apoll
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Rief: Halt ein! Wenn ihn besiegen
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Keine zweite Sapho soll.
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»lehrt' ich nicht genug ergründen?
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Alles Schöne ward durch mich!
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Aber solch ein Mädchen finden:
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Lieber! das gehört für dich!«
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Amor sprach's, und eine Zähre
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Schlich Apollens Wang' herab.
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»ja! wenn Plutus hier nicht wäre!
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Alles reißt er von mir ab!
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Doch sey ohne Saphos Schmerzen,
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So wie Sapho, die gepflegt,
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Die das schönste aller Herzen
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In dem schönsten Leibe trägt.
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Plutus soll mit allen Narren
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Stutzen, daß durch unsre Macht,
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Nicht durch seine Silberbarren,
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Edle Wollust beiden lacht.«
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Gut! rief Amor fröhlich, spannte
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Seinen Bogen, und der Pfeil –
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Ha! da saß er! Nante! Nante!
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Rief er, macht die Wunde heil!
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Grade da kamst du gegangen.
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Götter! o wie ward mir da,
39
Als ich schon auf deinen Wangen
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Die verheißne Wollust sah!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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