Aus welches Mannes Herzen quoll

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Aus welches Mannes Herzen quoll Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Aus welches Mannes Herzen quoll
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Mehr Freundschaft in die Welt, mehr Liebe?
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So voll des Guten ist's, so voll,
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Daß mit der Hälft' es edel bliebe.
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Du kommst in einen fremden Kreis,
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Und alle Augen sind gefangen,
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Du gehst, (wie gut mein Herz das weiß!)
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Und jedes Herz ist mit gegangen.
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Doch, daß der Spott, der leis' und laut
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Nicht Ordensband, nicht Zepter schonet,
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Sobald ein Thor sie trägt, vertraut
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Bei so viel Tugenden noch wohnet:
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Das – bist du nicht zu kühn, mein Geist?
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Vielleicht auch wohl zu weich geschaffen?
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Allein es sey! die Lieb' ist dreist;
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Hervor denn, Spott! mit deinen Waffen!
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Hervor! du sollst mir dieses Herz
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Verlassen, weil es mir gehöret;
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Zu lange hab' ich meinen Schmerz,
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Feind meiner Ruhe, schon genähret.
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Wie? schwurest du an
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Haß und Erniedrigung den Thoren,
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Wie
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Demüthigung und Tod geschworen?
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Erschufst, aus einer Million
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Von Narren, du nur einen Weisen?
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Erwarbst du einen Freund dir schon?
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Wohlan! so will ich selbst dich preisen.
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Nein! Beifall lächelt dir die Welt,
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Doch Rache knirschen dir die Thoren,
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Und eh' dein Witz
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Sind hundert Herzen schon verloren.
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Unwiderstehlich bist du, Spott!
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Mich, deinen Feind, kannst du bezwingen,
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Wenn Steckenpferd und Donquixott,
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Von dir gespornt, durch Reife springen.
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Unwiderstehlich! Dennoch spricht
38
Mein Herz zu laut: du habest Mängel;
39
Nicht wahr, die Engel spotten nicht?
40
Flieh denn! so ist mein Freund ein Engel!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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