Ich hatte diese Nacht mich kaum

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Ich hatte diese Nacht mich kaum Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Ich hatte diese Nacht mich kaum
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Zum Schlummer hingestreckt,
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Da ward ich, ach! aus süßem Traum'
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Schon wieder aufgeschreckt.
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Die Trommel ging, die Glocke klang,
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Der Wächter stieß ins Rohr,
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Aus jeder Thür' und Fenster sprang
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Ein bloßes Hemd' hervor.
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Wie stob ich aus dem Bett' heraus!
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Mein süßer Traum verschwand,
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Mein Muth dazu, des Nachbars Haus
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Stand lichterloh in Brand.
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Bild, Lock' und Lieder! bleibt nur mein!
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Kommt! folgt mir bis ins Grab!
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Und nun, mein Häuschen, muß es seyn,
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Nun wohl! so brenn' itzt ab!
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Auf unsern Kirchhof lief ich da
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Mit meinem Schatz', und stand
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Und küßte dein Portrait, und sah
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Gelassen in den Brand.
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Dein Schutzgeist, welcher über mir
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Dein Bild mich küssen sah,
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Sprach zu der Flamme: Stehe hier!
24
Und plötzlich stand sie da!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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