Meine Mutter fragt mich immer

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Meine Mutter fragt mich immer Titel entspricht 1. Vers(1788)

1
Meine Mutter fragt mich immer:
2
Trinkst du auch den Mandeltrank?
3
Trink ihn! täglich wirst du schlimmer! –
4
Ach! die Liebe macht mich krank!

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Nimm doch, spricht sie oft bei Tische,
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Wirst so mager und so matt,
7
Noch ein Stückchen von dem Fische! –
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Ach! die Liebe macht mich satt!

9
»siehst du nicht die Scheere liegen?
10
Liegt ja grade vor dir, Kind!
11
Kann dich so das Auge trügen?« –
12
Ach! die Liebe macht mich blind!

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»bist so still? was mag dir fehlen?
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Geht dir was im Kopf' herum?
15
Weißt du gar nichts zu erzählen?« –
16
Ach! die Liebe macht mich stumm!

17
»ei! ich möchte fast dich schlagen;
18
Zieh den Schlepp auf! was für Staub?
19
Soll ich's dir noch zehnmal sagen?« –
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Ach! die Liebe macht mich taub!

21
»o! die liebe Langeweile!
22
Wäre
23
Hörst du, Liebster? Eile! eile!
24
Leben bringst du ihr und mir!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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