Für einen Mann zu kochen und zu spinnen –

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Für einen Mann zu kochen und zu spinnen – Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Für einen Mann zu kochen und zu spinnen –
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Unwürdiger Beruf!
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Wenn's der nur ist, wozu mit diesen Sinnen
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Und diesem Geist' mich die Natur erschuf.
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Hat sie nur bloß die wundervollen Zonen
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Für Männer ausgespannt?
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Und darf ich, gleich dem Stier', sie nur bewohnen?
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Der, wenn er stirbt, sein Futter nur gekannt?
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Soll ich nicht auch in jenem Leben leben?
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Wer wird ein Wunder thun,
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Und meinem Geist' dort Saphos Denkkraft geben,
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Ließ ich ihn hier bei Töpf' und Spindeln ruhn?
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Ist's nicht genug, die Hälfte meines Lebens
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Geschäft'ge Martha seyn?
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Ist's Hochverrath, ist's Thorheit, ist's vergebens,
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Der Weisheit kaum die andre Hälfte weihn?
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O Männer! Männer! so uns zu erziehen! –
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Wenn Nesseln an dem Bach'
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Des Lebens unter Euren Veilchen blühen:
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Wer soll sie jäten? Eure Gattin? ach!
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Was sind schon mir die Mädchen nicht für Dinger,
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Gilt's für mein Herz und Geist!
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Was sind sie? Ha! Gesellschaft für die Finger,
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Wenn mich der Zwang Quadrille spielen heißt.
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O daß ich doch nur eine Babet hätte!
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Wie wollt' ich mit ihr thun!
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Wir liebten uns einander um die Wette,
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Wir wollten Nachts auf Einem Kissen ruhn;
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Umfaßt, zusammen durch das Leben eilen,
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Die Bürden leicht und schwer,
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Die Freuden groß und klein zusammen theilen –
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O weißt du, Freund! denn keine Babet mehr?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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