Wie war ich sonst dem Wachen doch so gram

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Wie war ich sonst dem Wachen doch so gram Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Wie war ich sonst dem Wachen doch so gram,
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Dem Schlafe wie so gut!
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Wenn ungelockt er auf die Augen kam,
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Noch unbenetzt von süßer Thränen Fluth.
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Ich gähnte schon, sobald der Hesperus
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Am Horizonte stand,
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Gab nickend oft dem Nähpult' einen Kuß,
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Und leise fiel mein Strickzeug aus der Hand.
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Fand ich nicht oft am Abend' meinen Kopf,
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Auf meinen Arm gelegt,
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An dem Klavier; und sucht' ihn, wie ein Tropf,
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Wenn's vor ihm steht, das Glück zu suchen pflegt?
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Wie bin ich nun dem Schlafe doch so gram,
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Dem Wachen, wie so gut!
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Itzt, Lucifer, siehst du am Näherahm'
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Mich noch so glüh als hätt' ich sanft geruht.
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Hier ist dein Bild, mein zweites liebes Du!
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Ich werfe weinend dann
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Ihm Kuß auf Kuß von meinen Lippen zu;
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Wie lächelt's mich so innig dankbar an!
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Ich flüstre gar, als könnt' es mich verstehn,
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Ihm meine Seufzer vor,
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Denk' als ein Kind: (auch der Betrug ist schön!)
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Nun klingt ihm itzt vielleicht sein rechtes Ohr.
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Wenn auch der Schlaf die Augenlieder treu
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Mit Schwanenflügeln streicht,
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Macht meine Hand ihn endlich doch so scheu,
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Daß er verwirrt zu meiner
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Denn so der Schlaf dich meinem Geist' entriß:
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Ach, ach! was hätt' ich dann?
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Ob dich ein Traum mir zeig', ist ungewiß,
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Drum schmieg' ich mich im Wachen an dich an.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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