Welch ein Wetter! – Soll ich fort?

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Welch ein Wetter! – Soll ich fort? Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Welch ein Wetter! – Soll ich fort?
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Oder soll ich bleiben?
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Wie die düstern Wolken dort
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Sich einander treiben!
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Wie der Knopf am Kirchenthurm'
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Schwankt auf seiner Stange!
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Horch! wie, mehr vor Schnee und Sturm
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Als vor Menschen bange,
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Aller Raben Angstgeschrei
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Um ein Obdach flehet,
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Und der Kautz im Thurme, frei
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Gegen sie sich blähet;
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Wie von meinen Fenstern ab
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Dicke Schloßen prallen,
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Rasselnd von dem Dach' herab
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Morsche Ziegel fallen,
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Und noch lauter als das Horn,
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Das den Schlaf zerstreuet,
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Kunz, der Heuchler, schreiet!
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Sieh! wie selbst die Rosse dort
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Fortzugehn sich sträuben!
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Welch ein Wetter! – Soll ich fort?
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Oder soll ich bleiben? –
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Was besinnen! – Heinrich! he!
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Sattle noch den Rappen!
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Sollt' ich auch in tiefem Schnee
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Nach dem Wege tappen,
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Sollt ich auch an starrer Hand
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Meinen Renner leiten,
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Und zuerst vom Felsenrand'
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In die Tiefe gleiten.
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Mag ich ganze Meilen mich
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In dem Forst' verirren,
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Mag der Schuhuh fürchterlich
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Ueberm Kopf' mir schwirren,
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Und der Wind durchs trockne Laub
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Alter Eichen rauschen,
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Und ein Räuber auf den Raub
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In dem Dickicht' lauschen,
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Mir mit aufgespanntem Hahn'
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Nach der Kehle greifen,
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Und auf einem Wolfeszahn'
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Seiner Bande pfeifen.
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Was sind Räuber, Schnee und Wind!
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Sie ist mein gewärtig!
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Heinrich! Heinrich! o geschwind!
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Ist der Rappe fertig?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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