Bei Uebersendung des Schlüssels zur Gartenthür

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Bei Uebersendung des Schlüssels zur Gartenthür (1788)

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Soll ich dich in den Brunnen werfen?
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Schick' ich dich hin zu Amarant?
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Sollt' ich vielleicht das Schwert zu meinem Tode schärfen?
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Selbst geben in des Mörders Hand?
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Was soll ich thun? Vernunft, du prahlest immer
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Mir deine weisen Lehren vor,
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Doch lauter steiget noch der Liebe sanft Gewimmer
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Aus der beklemmten Brust empor.
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Wohlan es sey! Zwar könnt' ich widerstehen,
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Weil dieses Herz mir das verspricht:
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Doch Amarant, in dir, in dir den Mörder sehen,
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Das will ich und das kann ich nicht.
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Da nimm ihn hin! Komm, wenn die kleine Glocke
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Die Nonnen zu der Hora weckt,
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Verhülle dich besorgt in deinem Ueberrocke,
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Und geh, von deinem Muth' bedeckt.
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Schon an der Thür' sollst du den Busen hören,
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Der wie ein Eisenhammer pocht;
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Sollst fühlen, wie das Blut in allen Herzensröhren
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Beim Feuer deiner Küsse kocht.
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Was willst du mehr? Schon das sollt' ich nicht geben;
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Wem gäb' ich's auch wohl außer dir?
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Doch, willst du kühner seyn? Nimm lieber gleich mein Leben;
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Langsam nimmt sonst der Gram es mir.
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Macht mich der Rausch von deiner Liebe trunken,
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So kannst du leicht mein Sieger seyn:
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Doch würde, wenn ich nun durch dich ins Grab gesunken,
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Dich so ein Sieg wohl noch erfreun?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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