Erschrick nicht etwa vor den Falten

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Erschrick nicht etwa vor den Falten Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Erschrick nicht etwa vor den Falten
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In diesem ernsten Angesicht'.
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Wohl muß die Zeit ihr Recht behalten,
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Zum Glück' behielt's die Sorge nicht.
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Nicht diese hat mit grauen Haaren
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Den Kopf bestreut; die dank' ich bloß den Jahren
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Und der Erfüllung meiner Pflicht.
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Jetzt bin ich in der Lebenszeit,
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Wo seltner sich beim Scherz' der Schönen
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Noch meine ernstre Seele freut;
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Man muß an alles sich gewöhnen.
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Ich gäbe keinen Pappenstiel
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Darum, ein griechisches Profil
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Für mein Gesicht mir zu erkaufen;
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Zu dem jetzt vorgesteckten Ziel'
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Würd' ich damit nicht schneller laufen.
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So wie ich bin, so will ich seyn,
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Und so mich meinen Freunden geben.
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Wahr drückte dieß dem Gyps sich ein.
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Was fehlt dem Brustbild' noch, als Leben?
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O! laß es, trotz den tiefen Falten,
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(blieb's mit dem Herzen doch beim alten!)
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Dir jetzt auch noch willkommen seyn.
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Es hat vor dem Originale
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Den großen Vorzug noch sogar:
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Es bleibet ein für allemale
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So freundlich, als es gestern war.
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So nimm das Bild denn gütig auf,
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Wirf dann und wann den Blick darauf,
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Und bin ich einst dahin gegangen,
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Von wannen Niemand wiederkehrt,
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So gib den kalten, bleichen Wangen
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Noch einen letzten Abschiedskuß,
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Der meinen Schatten höher ehrt,
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Als, (nie erwähnt in Flaccus Liede!)
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Zu Rom die stolze Pyramide
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Den unbekannten Cestius.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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