Ein Sänger, der dich herzlich liebt

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Ein Sänger, der dich herzlich liebt Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Ein Sänger, der dich herzlich liebt,
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Schickt mich, dir etwas vorzusingen;
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Was könnt' er dir auch beßres bringen,
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Als wenn er dir sein Liebstes gibt?
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Er streute mir mit eigner Hand
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Die Körner auf des Käfichs Boden,
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Und für die Lieder und die Oden,
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Die ich in meiner Zell' erfand,
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Gab er mir Zucker, den das Land
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Erzeugt, aus dem mein Ahnherr stammte,
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Statt daß des Gebers Vaterland
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Oft Sänger, die es göttlich fand,
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Zu Wasser und zu Brod verdammte,
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Wohl aber mit freigeb'ger Hand
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Um ihre Stirne Lorbeern wand.
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Die Sänger wohnen gern in Lauben,
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Die hat mein Herr auch mir gebaut,
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Um aus dem frischen Vogelkraut,
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Wie er die Beeren aus den Trauben,
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Die Blütenfäden auszuklauben,
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Wobei er freundlich zugeschaut.
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Er, der die Freiheit selber liebt,
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Von einem Sklaven nichts mag hoffen,
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Ließ Tage lang mein Pförtchen offen.
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Wenn mich hinaus die Neugier trieb,
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Pickt' ich an Gläsern und an Tassen,
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Allein ich hatt' ihn viel zu lieb,
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Um undankbar ihn zu verlassen.
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Schwer, liebe Frau, kommt mir es an,
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Von meinem guten Herrn zu scheiden,
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Doch wenn ich deines Alters Freuden
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Durch meinen Sang vermehren kann:
33
Wohl! so vermehr' ich sie Euch beiden.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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