Wie? hast du gar gemeint

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Wie? hast du gar gemeint Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Wie? hast du gar gemeint,
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Ich würde nun verstummen?
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Du sprichst von großen Summen,
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Wie ich von Versen, Freund!
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Nicht wahr, das ist es Alles?
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Doch dieses leeren Schalles
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Gewohnt, verschließet sich
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Mein Ohr vor deinen Zahlen;
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Denn wird zu Kapitalen,
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Durch deine Klugheit, sich
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Mein Häufchen zehnfach mehren?
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Ist's nicht, als wenn ich dich
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Die Dichtkunst wollte lehren?
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Versagt hat die Natur
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Zum Dichter, dir Talente,
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Mir, alles, was mich nur
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Zum Freisaß' machen könnte.
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Schon immer war's mein Plan,
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Auf ehrenvoller Bahn'
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Nach Unabhängigkeit,
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Dem großen Ziel'! zu laufen.
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Fünf Jahre meiner Zeit
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Wagt' ich noch itzt daran;
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Denn sage selbst, wer kann
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Zu theuer sie erkaufen?
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Wie? was ich mit ihr machte?
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Nun, außer daß ich dann
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Noch lieber scherzt' und lachte,
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Fing ich im Ernst' recht an –
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Zu sammlen? Ei, mit nichten!
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Mit nichten, lieber Mann!
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Dann wollt' ich erst recht dichten.
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Was ich itzt obenhin
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Bei Arbeit und Beschwerden,
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Für meine Freunde bin,
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Wollt' ich für Deutschland werden:
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Der Lehrer unsrer Jugend,
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Der Herold stiller Tugend,
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Ein Gift für Schmeichelei,
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Ein Schrecken solcher Fürsten,
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Die nach dem letzten Ey
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Des Tagelöhners dürsten,
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Ein süßer Labewein
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Für unerhörte Liebe:
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Was wollt' ich dann nicht seyn!
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»daß ich gut Kegel schiebe
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Und Verse mache, sind
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Gleich herrliche Talente!«
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Sprach
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Sein Abgott, der ihm Rente
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Und Ehre gab, dabei?
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Und solchem Manne drehten
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Hof, Stadt und Land – wie klein! –
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Noch Kränz'? Ich würd' erröthen,
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Nichts besseres zu seyn.
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Wenn Popen, als Poeten,
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Mit Dichten ihre Zeit
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So gut, als Junker Veit
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Mit Kegelschieben, tödten:
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So geht auf die Galeeren
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Und rudert für den Staat!
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Ja! müßte diesen Rath
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Nicht selbst Homerus ehren?
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Zehn Jahre bin ich hier
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In
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Sind, von Gedichten, mir
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Zehn Worte kaum entfallen.
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Wie? sollt' ich nun mit dir
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Mich um den Nutzen zanken
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Der Kunst, o Freund, wofür
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Uns Andrer Zähren danken?
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Wenn du ihr Freund nicht bist:
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Sollt' ich dich minder lieben?
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Du siehst, dein Dichter ist
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Doch kein so böser Christ,
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Als
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Und kann die Duldung üben,
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Die
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Der ist so gut ein Thor,
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Wer seine Kunst zur Laube
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Des Himmels hebt empor,
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Als wer herab zum Staube
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Der Kegelbahn' sie stößt.
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Nicht wahr, mein Lieber, flößt
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Nur dir der Saft der Traube
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Und deines Mädchens Kuß
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Vergnügen ein, so preise
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Sich ein Abstemius
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Bei Wasser immer weise!
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Mein Mädchen und mein Wein,
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Das wirst du doch erlauben?
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Soll, statt der Küß' und Trauben,
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Ein Reim, ein Liedchen seyn.
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Heißt das die Zeit verschwenden,
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Wenn ich, in meinem Sinn',
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Die Leyer in den Händen,
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Der Reichst' auf Erden bin?
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Heißt das die Zeit nicht nützen,
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Wenn, Unschuld zu beschützen,
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Und Frevler zu bedräun,
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Ich meinen Stachel wetze? –
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Und gut, mein Lieber, setze,
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Daß nur mein Lied ergötze:
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Gewinnst du Land? o nein!
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Wirf einen Lilienstengel
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Ins Meer von Albion,
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So wird vielleicht ein Engel
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Die Wirkung noch davon,
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Trotz aller Winde Wehn,
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An Frankreichs Küsten sehn.
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Selbst er kann aber nicht
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Der Wirkung Summe fassen,
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Die bloß durch ein Gedicht
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Homer zurück gelassen.
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Zwar bin ich kein Homer,
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Doch gibt von guten Leuten
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Ein Häufchen, mir Gehör;
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Mit diesen mußt du streiten,
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Nicht aber, Freund, mit mir.
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Denn wird durch meine Lieder,
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Kein Herz voll Falschheit, bieder:
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Was kann denn ich dafür?
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Ja freilich will der Staat
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Von mir ganz andre Pflichten,
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Als Lieder für ihn dichten,
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Um die er nie mich bat.
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Wer aber sah mich schon
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Auf meinem Posten schlafen?
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War's nöthig, mir mit Strafen
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Auch nur von fern zu drohn?
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Sieh, Lieber, ob ich nicht
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Im Augenblick der Weihe,
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Den Sand auf ein Gedicht
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Geschwind und willig streue,
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Sobald zum Untertauchen
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In einen Akten-See,
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Der Staat mich will gebrauchen,
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Um Perlen in die Höh'
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Zu fischen, die versteckt
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In tiefem Schlamme liegen?
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Auch Arbeit wird Vergnügen,
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Wenn Pflicht uns dazu weckt.
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Und wenn ich, Freund, der Schwere
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Der Bürde, die die Ehre
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Vom Staate auf sich nahm,
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Zu schwach, zu kraftlos wäre:
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Dann würde mir die Scham
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Wohl heißen, tief gebückt
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Sie durch die öden Steppen
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Stillschweigend fort zu schleppen,
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Bis sie mich hätt' erdrückt.
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Kann ich mit raschen Schritten
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Auf einem Pfade gehn,
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Worauf bald Andre glitten,
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Bald still, ermüdet, stehn;
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Und wenn ich eh' am Ziele,
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Als man erwartet, bin:
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Dann leid' es immerhin,
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Daß ich die Leyer spiele.
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Du Reicher nimmst mit Fug
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Zur Tafelzeit drei Stunden,
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Doch wenige Sekunden
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Sind mir dazu genug.
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Indeß ich ruhig dich
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Champagner trinken lasse,
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Verstatte, daß ich mich
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Dem weisen Narrn im Fasse
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So ähnlich, als es nur
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Die Sitt' erlaubet, mache,
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Mich freue der Natur,
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Der Menschen aber lache.
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Durch
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Werd' ich nicht reicher werden,
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Denn Schätze sammlet sie
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Im Himmel, nicht auf Erden.
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Gab mir das Glück Talente,
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Daß glücklicher ein Land
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Durch mich einst werden könnte?
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Nein! bloß für meinen Stand!
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Doch was sind Rang und Rente,
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Wenn Glück nicht auf das Land
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Durch sie herabfließt? Tand!
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Wohl mir, daß nicht das Glück
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Mich auf dem Schiff': die Welt,
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Ans Steuer hat gestellt,
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Wenn's sah, daß mir Geschick
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Und Muth in Stürmen fehlen;
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Genug! daß selten ich
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Darf als Matrose mich
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An meinem Ruder quälen;
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Für meine Hand ein Spiel!
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Um Winde, Bänk' und Klippen
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Bekümmr' ich mich nicht viel.
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So lang auf meinen Lippen
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Sich Freud' und Weisheit paart,
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Mag meinethalb die Fahrt
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Nach Peru's goldnem Strande,
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Nach Grönlands Felsen gehn;
199
Ich werd' in jedem Lande
200
Mein Abentheur bestehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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