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O Schiffchen! führst du gleich kein schwer
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Geschütz, an deinem Bord',
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So setz' auf Räubervollem Meer'
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Die Fahrt doch ruhig fort.
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Wer oft, wie ich, schon Feinde schlug,
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Dem wird's zuletzt ein Tanz;
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Drum segl' ich fort im vollen Flug',
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Mir selbst Assecuranz genug,
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Ich lag noch still im Hafen hier,
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Da forschte schon die Raubbegier:
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Wann? und wohin mein Lauf
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Gerichtet sey? da paßten mir
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Im Angesicht' des Hafens, macht
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Das Raubgesindel auf mich Jagd,
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Und folgt mir Strich vor Strich.
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Heran, Gesindel, hast du Muth!
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Heran und entre! Ohne Blut
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Nimmt freilich keiner mich.
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Was soll das, Schurken! Warum steckt
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Ihr fremde Flaggen auf,
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Und haltet Euch am Bord' versteckt?
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Wer achtet wohl darauf?
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Schwärzt das Gesicht Euch wie ein Mohr,
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Nehmt noch so schöne Larven vor;
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Man kennt Euch wohl, ihr Herrn!
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Kauffahrer wäret ihr? O Brut
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Verräth dich schon von fern.
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Herab denn mit der Flagg', herab!
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Nehmt Eure plumpen Larven ab,
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Denn wer thut Widerstand?
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Des Eigners Schrein, wenn über Bord
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Ihr nach der Beute springt,
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Ist alles; doch ihr segelt fort
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Mit Eurer Pris', und singt
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Und lacht, daß ihr sie auf im Port',
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Und schnell an Käufer bringt.
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Ein Schiff, das Sachsens Flagge führt,
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Ist's umgekehrt: ei nun! was schiert
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Euch das? Auf anderm Striche, führt
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Sperrt man Euch beide Hafen gleich,
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Mit Eurem Raube nehmen Euch
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Was ist es mehr? Ihr schiffet
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Wo nicht; so schickt von
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Sie einzeln, sicher, fort.
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Die Mäkler, wenn sie gleich wie toll
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Als Räuber Euch verschrein,
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Ersparen dennoch gerne Zoll,
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Und schleppen heimlich Frachten voll
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Von Eurem Raub' sich ein,
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Denn ohne Hehler würden wohl
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Fahrt ihr – und was macht schneller reich? –
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So sucht ihr von den Schiffen Euch
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Die reichsten klüglich aus.
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Wer ohne Hortschiff fuhr, wie ich,
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Was Wunder! wenn der gleich
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Die Segel willig vor euch strich?
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Denn wie entflöh' er euch?
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Soll bei der Admiralität
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Der, dem ein Lamm verloren geht,
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Verklagt kein Schaf darum.
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Am End' es freilich ist,
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Ob Herkul, ob der Wolf es sey,
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Der mir die Schafe frißt?
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Allein ein Hortschiff widersteht
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Euch Räubern, selbst nur schwach;
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Am Hafen der Neutralität
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Paßt ihr ihm auf, und sieh! es kräht
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Nicht Hahn noch Huhn darnach.
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So respectiret der Corsar
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Doch kaum ist seinem Netz'
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Der Schwed', als Schwede, noch entflohn,
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So kommt ein andrer Räuber schon,
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Und schleppt ihn mit nach
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Und wenn ein Hortschiff gleich einmal
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Von eurer Schiffe großen Zahl,
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Eins auf den Strand auch jug:
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O! das, was einer von euch stahl,
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Hispanien und Frankreich griff
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So nimmt euch Eine Macht ein Schiff,
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Die Eine nicht, so groß sie sey,
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Indeß, so wie Algier, dabei,
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Wenn von zehn Staaten, selten zwei
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In Deutschland einig sind.
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So ist's ein wahrer Markebrief,
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Weg ist, was aus dem Hafen lief,
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Wenn sie die Ladung rührt.
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Mein kleines Schiff gehöret zwar
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Zur Silberflotte nicht,
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Und dennoch läßt es der Corsar
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Nie ganz aus dem Gesicht'.
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So kommt denn her und greift mich an!
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Ich halte sicher Stand.
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Mein Brander, wenn ich sonst nichts kann,
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Steckt wenigstens von allen dann
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Ein Raubschiff erst in Brand.
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Wenn's einem Theil' an Muth gebricht,
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Wird Sieg ein leichter Kauf;
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Ich aber streiche sicher nicht,
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Und flög' ich selbst mit auf.
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Allein genug Allegorie!
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Was nützt es, euch das Bild
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Der Wahrheit zeigen? Braucht ihr sie
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Doch selbst, – wie frech! – als Schild
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Der Schweden Banconote führt
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Die Warnung für den Hang,
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Zum Glück' für euch, geht's zwar nicht an,
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Daß ich den Ersten gleich,
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An mir wird, hangen lassen kann,
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Doch zwingen kann ich euch,
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Daß, wie ein Goldstück ohne Rand,
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Ihr, halb verstümmelt, diesen Band
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Umher am Trödel treibt;
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Wo nicht: daß ihr mit eigner Hand
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Euch euer Urtheil schreibt;
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Mit eigner Hand den Pranger setzt,
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Woran der erste Dieb, zersetzt
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Von Geißeln, sterben soll;
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Denn eure Freiheitsbriefe sind
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Gerechter Rache, Spreu im Wind',
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Und euer Maß ist voll!