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Indeß vielleicht dein Auge längst nach mir,
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Die Straß' herab, durch Morgennebel dringt,
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Und jeder Laut von ferne dir
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Des Zaudrers Gange ähnlich klingt,
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Der Kessel Stunden lang nach mir
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Auf deinem Kohlenbecken singt,
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Und du zu einem kleinen Zanke
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Dich anschickst, daß ich früher nicht mein Wort
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Dir halte, besser nicht für deine Sorgfalt danke,
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Bin ich – o Gott! ich mußte! – bin ich fort!
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Ach! als ich gestern das Versprechen,
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Dich noch einmal zu sehn, mit einem Schwure that,
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Da war ich schon, was auch mein Herz mich bat,
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Entschlossen, diesen Schwur zu brechen.
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Doch, daß ich nichts als diese Hoffnung dir,
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Die letzte Hoffnung! noch gelassen:
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O sicher dankst du einst dafür!
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Denn, sage selbst, wie könnten wir
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Vor Zeugen uns beim Abschied' fassen?
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Die Liebe hat nicht gern, wenn sie sich trennen muß,
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Daß jemand ihre Seufzer höre,
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Will, daß ihr letzter Abschiedskuß
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Sich, ungesehn, zu tausenden noch mehre.
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Denn ach! es ist so süß, wenn jeder noch zuletzt
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In Thränen, Mund an Mund, zerrinnet,
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Zum Wiedersehn auf Möglichkeiten sinnet,
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Und immer kürzre Fristen setzt.
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Bedenke! Wenn ich auch im Reisekleid' und Sporn,
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Noch jetzt auf deiner Mutter Sopha ruhte,
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Der Postknecht aber stieß' ins Horn,
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Ich spräng' jetzt auf, und griffe nach dem Hute,
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Und wischte mir verstohlen vom Gesicht'
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Die Thränen weg: wie wäre dir zu Muthe?
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Verstellung hilft dann selbst den Mädchen nicht.
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Du ständest da, und wolltest gerne weinen,
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Und dürftest nicht; mit Zittern hörtest du
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Dem treuen Abschiedswunsch' der Deinen,
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Der Reihe nach, halb weggewendet zu.
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Itzt dreht' ich mich nach deiner Seite
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Verworren hin, weiß wie ein Leichenstein,
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Und suchte nach dem Scherz', der sonst mir das Geleite
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So treulich gab, mir seinen Schleier heute,
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Nur heute noch für meinen Schmerz zu leihn.
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Ach aber er begleitet nicht die Liebe,
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Die sich vielleicht auf immer trennt.
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Ich müßte gehn, so gern ich auch noch bliebe,
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Und ohne Kuß, so gern mir deine Liebe
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Auch Tausende mit auf die Reise gönnt;
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Selbst ohne Wunsch; denn ehe deinen Namen
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Die Etikette soll verdrehn,
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Und aus ihr Faß voll Komplimente kramen,
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Ist's besser, stumm davon zu gehn.
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Zwar bin ich fort; doch darfst du nicht entgelten,
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Was ich verbrach, denn keines Vaters Schelten
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Betäubt, verschüchtert Täubchen, dich,
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Daß du beim Abschied', wie betrunken,
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Gestammelt hast; kein Fluch verfolget mich,
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Daß du in Ohnmacht bist gesunken.
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Wenn Blässe dein Gesicht bedeckt,
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Und wenn's in deines Bettes Kissen
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Mit seinen Thränen sich versteckt,
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Werd' ich allein, warum du weinest, wissen.
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Wer eine Zung' im Munde trägt,
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Wird freilich, was dir fehlt? dich fragen,
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Und wem ein Herz im Busen schlägt,
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Um dich, geliebte Kranke, klagen;
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Ich aber werd' allein die Schuld,
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Und deinen Zorn und deine Huld,
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Mit mir herum im Herzen tragen.
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Das ganze Haus wird dich am Körper krank,
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Allein nicht siech an deiner Seele glauben;
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O wisse drum den Muth mir Dank,
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Daß ich die ganze Nacht an meinen Thränen trank,
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Um deiner Küsse mich, mich selber zu berauben!
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Als ich in deines Vaters Garten
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Mit dir spatzieren ging, und dort zum erstenmal
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Die Worte dir im Mund' erstarrten,
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Dein Aug' auf mich nur einen halben Strahl
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Noch werfen konnt', und deiner Hand
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Der Strauß entfiel, den sie mir geben wollte:
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O wehe mir, daß ich dich da verstand!
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Ich, der dich nie verstehen sollte!
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Zwar deine Lieb' ist Engelrein;
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Dir ist's genug, bei mir dich zu verweilen,
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Und wollt' ich dich von deiner Schwachheit heilen,
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So dürft' ich nur zu kühn auf einmal seyn.
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Doch ach! wie leicht glitscht man den Berg hinunter,
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Wo auf der Wanderschaft uns Lieb' und Tugend traf!
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Der erste Kuß macht das Gewissen munter,
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Der tausendste bringt's wieder in den Schlaf.
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Vielleicht wird dieß den edelstolzen Muth
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Der Tugend, die dich führet, kränken;
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Du liebst zum erstenmal: wie kannst du arges denken?
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Du meinst es ja so herzlich gut!
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Du glaubst, du kannst auf mich vertrauen:
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Und ach! mir selber trau' ich nicht!
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Und grade drum, weil du in mir den schlauen,
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Am Hof' polirten Bösewicht
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Nicht fürchten darfst, kannst auf den Sand du bauen.
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So frage selbst dich, würdest du mir wehren,
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Dich mit der Zauber-Melodie
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Der Lieb', allmählig zu bethören?
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Gesteh es nur: zu süß, zu süß ist sie!
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Und dann – bist du schon halb verloren!
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Und wenn sie mich am Ende mit betäubt,
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Nicht eine Gottheit mir die Ohren
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Verstopft, und mich von dannen treibt,
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Wird der, der kaum dein Schutz zu seyn geschworen,
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Dein Räuber, wenn er länger bleibt.
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So gehen auf beschneiter Heide,
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Zwei Wanderer; der Eine hat noch kaum
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Den andern erst gewarnt – schon aber sitzen beide
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Im süßen Schlaf' erstarrt an Einem Baum'.
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Wer nie für Schmeichelei, und Geld
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Und Gunst der Großen dieser Erden,
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Zum Schurken ward: o! sicher hält
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Der für unmöglich, es zu werden.
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Und doch: wie leicht macht Lieb' ihn nicht dazu?
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Kannst stärker nicht, als ich, das Laster hassen,
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Und dennoch ruft mir oft die Weisheit zu:
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Mich auf mich selbst nicht wieder zu verlassen.
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Gewagt hab' ich's zwar einst; doch ach!
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Wenn die mir nicht verlobt gewesen wäre,
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An deren Busen ich, die Sinnen alle wach,
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Im Mondschein' lag: für Tugend und für Ehre,
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War damals schon mein Herz zu schwach.
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So aber, schwebte meinen Blicken
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Das Reis zum Myrtenkranze vor;
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Und Schade war es, das zerknicken,
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Denn grade schoß es itzt zur Blüth' empor.
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Wohl brach ich's auch in seiner Blüthe!
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Verdammt sey, wer ein zweites bricht,
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Eh' dieses hier – was Gott verhüte! –
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Zu Staub vermodert ist. Jetzt ist es zwiefach Pflicht,
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Daß ich die Hand vor diesem Frevel hüte.
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Noch rührt' ich dich mit keinem Finger an,
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Du schönster Rosenstock in deines Königs Garten!
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Doch laß mich nicht zu lange warten;
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Die Flucht allein macht hier den braven Mann.
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Hatt' ich nicht tausendmal geschworen:
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»das alles, Freunde! was ich mein
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Nur nennen kann, soll alles auch verloren
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An meinem Hochzeittage seyn?«
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Ich kannte keinen größern Thoren,
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Als der sich selbst in Fesseln schlug,
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Und war, – dazu sind wir geboren! –
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Der erste, der sie willig trug.
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Itzt hab' ich nichts mehr wegzugeben,
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Als einen matten Blick und einen leichten Scherz.
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Sag', möchtest du bei beiden mit mir leben?
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Nein, lieber nichts, wenn nicht das ganze Herz.
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Denn ach! die Liebe, die mit Blicken
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Befriedigen des Herzens Wünsche soll,
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Wird endlich, quillt es erst zu voll,
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Das Herz im Busen selbst ersticken.
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Zwar gibt's der starken Seelen viel,
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Die Jahre lang sich willig dran begnügen,
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Die jeden Wunsch und jeden Schmerz besiegen,
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Und ohne Hoffnung, je ans Ziel
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Zu kommen, sich nicht müde fliegen.
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Es läßt sich leicht von Tugend und von Pflicht
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In jedem andern Falle prahlen,
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(wiewohl der Weise prahlet nicht,)
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In diesem nur, sind Worte leere Schalen.
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So schwach ich war, dir zu gestehn,
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(was schon auf meinen Lippen zum Vergehn
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Der Treue wird,) daß ich dich liebe!
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So stark bin ich itzt wieder, und will gehn,
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So gern ich auch bei dir noch bliebe.
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Ach! Mädchen, kann ich anders? Sag'!
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Muß ich nicht dir durch einen Thränentag,
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Vielleicht den Schmerz von vielen Jahren,
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Und mir, der sonst so sanft im Arm' der Treue lag,
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Ein Lagerbett auf Dorn ersparen?
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Und geh' ich oft bei dir noch aus und ein,
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So kann ich selbst dein Freund nicht länger bleiben;
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Denn fing die Pflicht nicht an, sich schon zu sträuben?
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Zu groß ist hier der Reitz, Rebell zu seyn.
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Doch, wenn uns erst drei Länder trennen,
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Dann bin ich dir ein wahrer Freund;
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Und lernten wir denn bloß für diese Welt uns kennen,
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Auf der so kurz die Sonn' uns scheint?
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Wir finden einst, wenn jeder ausgeweint,
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Uns wieder, um uns nie zu trennen.