Ist das dein Ernst, o

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk: Ist das dein Ernst, o Titel entspricht 1. Vers(1788)

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Ist das dein Ernst, o
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Mit mir in
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Ich könnte, wenn's das Herz nicht kann,
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Den Tausch dir wahrlich nicht belohnen.
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Wie mancher kam hieher, versäumte
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Schier einen Posttag, mich zu schaun,
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Und schaute mich, fand aber, traun!
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Nicht halb, was er zu finden träumte!
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Und dennoch; aus des Herzens Fülle
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Gestand beim Abschied' jeder ein,
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Er würde, wär's des Schicksals Wille,
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Den Rest des Lebens
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Denn, Freund, ich bat kein Dutzend Gäste,
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Brav Lärm zu machen, ihm ins Haus,
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Und keine Tarockkarte preßte
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Ihm reuevolle Seufzer aus;
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Mein Weibchen machte nicht viel Wesen,
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Sie stopft' ihn nicht bis an das Kinn,
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Doch schmeckt' ihr brauner Kohl, von Zinn
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So gut, als Karpfen aus dem
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Vom feinsten Porzellan' aus
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Ich aber, setzte mich nicht hin,
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Ihm meine Verse vorzulesen,
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Denn das verdirbt den besten Schmaus;
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Aus meinen rauchrigen vier Pfählen
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Führt' ich ins Freie ihn hinaus,
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Und –
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Gefiel's schon ihm am Zorgestrande,
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Was würd' es nicht erst seyn mit dir?
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O Freund, dir träumte wachend hier:
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Du seyst in deinem Vaterlande.
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Der Berge Haupt im weißen Schleier,
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Und Ströme, die vom Sitz' der Geier
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Herab sich stürzen in das Thal,
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Das, seit der Schöpfung, noch kein Strahl
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Der Sonn' erleuchtet hat; ein Häuschen
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Darin versteckt, wo beim Gesang'
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Der Turteltauben und der Zeischen,
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Und traurigsüßem Glockenklang',
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Bis an den Bauch in Farrenkraut,
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Die fette Rinderherde weidet,
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Der Hirsch den Hirten nicht vermeidet,
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Und, edlen Zutrauns, um sich schaut:
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O großer, wunderbarer Reitz,
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Bei dem die Sinnen alle schwinden,
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Wo bist du in der Welt zu finden,
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Als auf dem Harz und in der Schweitz?
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Wo sind, in unserm Theil' der Welt,
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Die Menschen noch so gut, so bieder,
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So hülfreich, und so unverstellt,
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So fröhlich beim Gesang' der Lieder,
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So arm und doch so frei von Geitz,
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Als auf dem Harz und in der Schweitz?
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Man kann an jedem Ort' der Welt
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Ein Weiser seyn, wohl gar zufrieden;
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Ja! wem das Feuerland gefällt,
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Reitzt den das Paradies in Süden
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Wer aber sich nach Menschen sehnt,
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Und leben muß mit rauhen Wilden;
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Wer an die Reitze von Gefilden
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Mit Berg und Fluß und Wald, gewöhnt,
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Itzt nichts als eine schwarze Fläche,
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So weit das Auge sieht, erblickt:
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Ist's dann, beim Weisen selbst, noch Schwäche,
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Wenn ihn der Fläche Himmel drückt?
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Wer, ausgesetzt ans Feuerland,
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Sich nicht am ersten Baum' erhinge,
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Auch hier noch mit gelähmter Hand
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Den Bienenschwarm von Grillen finge,
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Von dessen Weisheit und Verstand
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Dächt' ich wohl freilich, nicht geringe.
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Doch, macht' ein
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Und prahlt' er dann, daß Langeweile
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Ihn nie gequält! dächt' ich dabei,
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Daß er so dumm wie eine Eule,
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Wo nicht; daß er ein Lügner sey.
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Ich lasse Welschland seine Haine
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Voll Myrth- und Pomeranzen-Duft,
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Sicilien den Preis der Weine
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Und seine laue Winterlust,
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Peru sein Gold und Edelsteine;
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Denn, wenn ich gleich dein Sohn nicht bin,
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O Harz! so gäb' ich doch für deine
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Natur, den Rest der Erde hin.
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Wie lieb' ich deinen Forst von Eichen,
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Die
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Nicht Vipern und Taranteln schleichen,
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Und kleine Mädchen, ohne Scheu,
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Sich singend Schlüsselblumen pflücken,
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Und höchstens einen Schwarm von Mücken
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Verfolgen unter Kriegsgeschrei.
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Mir speit kein Aetna, brüllend, Schrecken
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Aus seinem Schlund' entgegen; ich
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Darf nicht vor dem Sirocco mich
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Ins innerste Gemach verstecken.
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Des Westwinds kühlen Hauch, gewähren
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Mir unsre Berge selbst noch dann,
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Wenn Sirius den Weitzen-Aehren
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Die Milch aussaugt, der Wandersmann
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Auf heißen Kieseln, durch das Bette
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Sonst rascher Ströme, mit Gespötte
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Ob ihrer Ohnmacht, gehen kann.
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Dem Weichling' nur ist's hier zu kalt;
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Doch, ließ uns die Natur wohl leiden?
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Sie gab uns Oefen
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Und Füchse, uns darin zu kleiden,
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Und Hirsch', im Schlitten uns zu ziehn,
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Und Tannenhain', an ihrem Grün
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Das Auge, satt des Schnees, zu weiden.
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Wer war der Braveste, von allen
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Germaniern? des Harzes Sohn!
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Rom zeug' es! Seines Adlers Krallen,
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Gewohnt des Raubes, trugen schon
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Ein Stück des Vaterlands davon:
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Doch Hermann kam, da ließ er's fallen!
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Noch sind wir fest wie unser Eisen,
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Wie unsers Forstes Eber kühn;
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Ein
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Wie sollte der in unsern Greisen
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Die Kraft, die Munterkeit nicht preisen,
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Die ihm im Jüngling' kaum erschien.
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Wer auf dem Harz, o
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Gesund nicht ist, nicht Kindeskinder
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Noch auf dem Arme tragen kann,
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Den macht
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Und
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Wem nicht der Harz, ein Lied zu singen,
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Erwärmen kann die Phantasie,
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Um dessen Stirne wird sich nie
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Der Lorbeerkranz des Ruhmes schlingen.
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Daß nicht der Ueberrock zerrissen
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Schon ist, den meine Seele trägt,
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Und daß er, trotz den Regengüssen!
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So leicht nicht einzulaufen pflegt,
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Wiewohl ihn die Natur, ein wenig
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Zu dünn mir webte und zu fein:
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Dafür gehört mein Dank, du König
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Der deutschen Wälder! dir allein.
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Daß mich die Freude singen lehret,
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Und Deutschland meine Lieder höret,
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(wenn es sie hört,) auch das ist dein!
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Nie wird uns zwar, o Freund, das Glück
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An einen Ort zusammen führen;
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Doch möcht' ich keinen Augenblick
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Die süße Hoffnung gern verlieren.
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Denn, sollt' auch solche Träumerein
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Uns die Vernunft weg raisonniren,
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So wär' es schlimm, ein Mensch zu seyn.
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Sich Schlösser in die Luft zu bauen,
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Ist Thorheit bei dem Thoren zwar,
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Allein der Weise wird, fürwahr!
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Auf ihre Festigkeit nicht trauen;
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Was sollt' ihm denn für Folgen grauen?
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Sein Riß ist wenigstens doch werth,
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Daß Architecten ihn beschauen,
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Statt daß den Thoren, wenn sie bauen,
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Kein Kluger zuzusehn begehrt.
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Besuche mich, o
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Wenn ich die Zeit gleich nicht ersetzen,
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Nur ihren Werth mit Schweigen schätzen,
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Mit Küssen nur verdanken kann.
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Komm'! und ich führ', als Cicerone
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Des Harzes, zu dem Wolkenthrone
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Des Donner-Gottes, dich hinan,
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Und lasse dich an langen Seilen
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Ins finstre, grauenvolle Grab
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Des Silbers, trotz des Kobolds Heulen!
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Halb nach Amerika hinab.
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O! wenn mein zweites Vaterland
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Dir dann gefiel', und deinem Herzen
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Der Ciceron' an deiner Hand:
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Was fragt' ich dann nach allen Erzen,
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Die man im Bauch' der Grube fand?
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Denn, einen Tag voll weiser Freude,
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Dem schaffen, dem ich jeden Stein
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Wegräumen möcht', und jede Heide
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Mit Rosenblättern überstreun:
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Nicht wahr, o Harz! wir könnten beide,
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Du, nicht geehrter, ich, zum Neide
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Der Weisen selbst, nicht froher seyn?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Leopold Friedrich Günther von Goeckingk
(17481828)

* 13.07.1748 in Gröningen, † 18.02.1828 in Syców

männlich

deutscher Dichter des Rokokos und preußischer Beamter

(Aus: Wikidata.org)

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