1
Ein herrlich Ding ist's wahrlich doch,
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Das Leben ledig zu genießen!
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Der Sorgen hat man wenig noch,
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Man bringt nur eigene Capricen
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Und eigne Launen unters Joch.
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Gesetzt, man muß auch dann und wann
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Ein wenig Wermuth mit genießen;
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Ei nun! Ein Tropfen Freiheit kann
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Ein ganzes Maß voll Gram versüßen.
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Man ist ein König seiner Zeit,
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Und ein Gebieter der Vergnügen,
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Kann, nach Belieben, lang und breit,
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Und ungeneckt, im Bette liegen.
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Und statt daß Hänschen:
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Sich singend, nach Bequemlichkeit,
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Auf seinem Sopha selber wiegen.
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Wir sehen neue Hauben an,
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Und seufzen nicht: »Du armer Mann!
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Das wird dir wieder Thaler kosten!«
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Und lassen Schwanzdukaten
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Für künftige Studenten rosten,
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Denn unser Einer hält's für Pflicht,
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Die Weine selbst dafür zu kosten.
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Wir säen, und wir erndten nicht,
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Kein Faden Flachs wird uns gesponnen,
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Aus unserm Garten kein Gericht
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Von Bohnen, oder Kohl, gewonnen;
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Auf seinen Veilchen uns zu sonnen,
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Mehr wollen wir vom Garten nicht:
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Sag', ob uns dennoch was gebricht?
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Statt eines Knaben Steckenpferd
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Ist's wahrlich! doch nicht wenig werth,
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Sein eigen Steckenpferd zu reiten.
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Und du, o traute Einsamkeit!
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Du gute Mutter vom Studiren,
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Brauchst dich bei uns nicht zu geniren,
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Wo dich kein Wiegenlied bedräut,
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Kein Hänschen weint, kein Gretchen schreit.
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Wir dürfen keinen Narren schmeicheln,
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Und keinen Lotterbuben heucheln,
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Berangt, betitelt, wie sie sind!
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Wir segeln über Gold und Ahnen
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Hinweg, mit immer frischem Wind',
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Sind taub bei bellenden Chikanen,
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Und, zeigt der Neid die Zähne? blind.
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Frei von der Leber weg zu sprechen,
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Zu dienen, wenn der Dienst behagt,
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Wo nicht? die Fesseln, unverzagt,
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In jeder Stunde zu zerbrechen,
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Wie jener Philosoph zu sprechen;
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(o! welcher Gatte spricht es da?)
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Das heißt der Freiheit Nectar schlürfen,
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Denn so viel Brod, als wir bedürfen,
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Wächst hinter jedem Berge ja!
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Die ganze weite Welt von Schönen,
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Ist unser! Eine findet man
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Doch immer, die es leiden kann,
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Daß wir nach Gegenlieb' uns sehnen;
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Und welchen Himmel hat man dann?
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Habt Ihr der Liebe schönste Stunden,
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Wie jeder von Euch Gatten spricht,
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Vor Eurem Hochzeittag' empfunden:
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Wie glücklich sind wir Andern nicht!
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Die eine Lieb' hat sich empfohlen,
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Die andre stellt sich wieder ein;
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Dann schlüpfen auch mit ihr, verstohlen,
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Der süßen Stunden mehr herein;
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Denn ach! ich sag' es unverhohlen,
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Die große Kunst, getreu zu seyn,
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Will wenig Jünglingen gelingen,
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Und Mädchen, selten oder nie!
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Denn ihre rasche Phantasie
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Hüpft, blindlings, unter tausend Schlingen
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Herum, und eh' wir's uns versehn,
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(ich weiß ein Lied davon zu singen!)
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Ist's um den Springinsfeld geschehn.
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Die Eifersucht hat wenig Rechte,
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Wenn nicht der Trau-Altar sie gibt.
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Ein Mädchen, das mich heute liebt,
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Und das ich ewig lieben möchte,
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Wird morgen kalt, und ich betrübt.
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Ob ich mit ihr mich drum entzweie?
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Nein! fahre wohl, du Ungetreue!
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Weil's auch für mich noch Mädchen gibt.
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Doch, welcher Gatte hat das Ziel
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Der Ruhe, je so schnell gefunden?
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Entweder wird's zum Trauerspiel'
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Von etwa vier und zwanzig Stunden,
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Wo nicht; wenn sich die Jalousie,
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Wie Gift der Schwindsucht, heimlich nähret,
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Zu einer Tragi-Comödie,
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Die oft durchs ganze Leben währet.
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Doch laßt uns offenherzig seyn!
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Auch selbst das Herz des besten Gatten
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Ist doch nicht immer bloß von Stein.
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Ein neues Mädchen nimmt ihn ein:
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Gleich steht sein Weibchen dann im Schatten,
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Und seine Schön' im Sonnenschein'.
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Die Rosen, die entzückt ihn hatten,
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Saugt nun sein Auge nicht mehr ein,
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Denn diese Rosen sind ja sein!
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Die Rosen, die ihn jetzt entzücken,
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Verschönern sich zu seiner Pein,
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Denn ach! er darf sie niemals pflücken;
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Was kostet's da, getreu zu seyn!
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Treibt das Gewicht von seinen Jahren
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Noch nicht ein Trauring in die Höh',
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Wie trotzt der Jüngling den Gefahren
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Der Reisen, Schlachten und der See!
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Wenn er durch Liederchen sich früh
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Mit Finken munter pfeift und singt,
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Ist seine ganze Frage die:
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Was ihm der Tag für Freude bringt?
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Indeß aus traumbeschwertem Schlummer
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Nach einer halb verseufzten Nacht,
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Der Ehmann oft zu neuem Kummer,
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Nur nicht zu neuem Trost' erwacht.
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Ein Wolkenzug von Nahrungssorgen
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Macht ihm den hellsten Frühlingsmorgen
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Schwarz, wie die dicke Mitternacht.
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Was hilft's, wenn rund um ihn, in Hainen
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Und Auen, Baum und Blume lacht?
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Er wird nur seinen stillen Gram
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In Hain und Auen, lauter weinen,
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Der sonst, mit Blumen in den Händen,
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Und holder, unschuldsvoller Scham:
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Ob sie des Vaters Beifall fänden?
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Ihm, auf der Au', entgegen kam.
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Gern stirbt der Jüngling freilich nie,
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Doch das verzeiht man selbst dem Greise,
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Nur jener wiegt doch, sanft und leise,
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Sich in die letzte Lethargie.
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Seht aber hin auf jenes Lager!
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Beim kranken Gatten sitzt der Tod,
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Und bei der Gattin, blaß und hager,
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Der Hunger, welcher schon Verderben
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Aus seinen nackten Zähnen droht.
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Ist dieser Tod nicht schwer zu sterben,
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So schwer, wie eines Königs Tod? – – –
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Wenn ich, am ersten Ehetage,
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Nicht in dem reitzendsten Prospect'
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Die Ehe dir zu zeigen wage,
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So weiß ich, daß er dich nicht schreckt.
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Die Augen auf, denn sieh! da fliegt
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Ein neuer Vorhang in die Höhe!
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Siehst du? wie blaß, wie mürrisch liegt
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Ein feiner Jüngling dort im Klee?
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Ach hör'! Er seufzt! Was seufzt doch er,
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Den noch die Sorgen nicht begleiten?
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Was seufzt er? daß sich um ihn her,
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Die Freuden, ihm zu dienen, streiten?
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Ich wette Tausend gegen Eins,
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Es geht ihm schier wie meinem Täubchen,
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Dem fehlt zwar der Vergnügen keins,
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Doch fehlt ihm alles, fehlt – sein Weibchen.
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Für zwanzig seiner Thaler hat
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Der Mann für keinen Groschen Freude.
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Er ist, eh' er noch kostet, satt;
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Denn wer nur seine Stubenfliegen
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Beim Nectar zur Gesellschaft hat,
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Wie kann selbst Nectar den vergnügen?
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Daß Niemand: Prosit! zu ihm sagt,
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Wenn er in seinem Zimmer nieset,
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Erträgt er noch wohl unbeklagt,
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Doch, daß er, wenn er schönes lieset,
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Den Wänden: das ist schön! nur sagt,
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Ich selbst erfahr's, wie sehr das nagt!
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Wenn vollends ein verdammter Schwarm
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Von Launen ihn verfolgt; und Grämen
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Und Haß, zur Flucht die Füße lähmen:
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Wo öffnet hurtig sich ein Arm,
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Ihn wider sie in Schutz zu nehmen?
177
Der Arm des Freundes? Ja! vielleicht!
178
Doch was kann selbst der Busenfreund,
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Als daß sein gutes Herz, erweicht,
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Bei Klagen seufzt, bei Thränen weint?
181
Er ist, wie in die Welt geschneit.
182
Sein väterliches Haus ist leer,
183
Sein Vater, Mutter, sind nicht mehr,
184
Und Brüder, Schwestern, sind zerstreut.
185
So wie der Trinker in dem Schlauche,
186
Sucht er bei dir, o Lieb'! Ersatz;
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Allein ein Mädchen ist ein Schatz
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Zum Ansehn bloß, nicht zum Gebrauche.
189
Wie schwer, ihr Lieben, hält's, wie schwer,
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Ein schönes Röschen zu erblicken,
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Es anzusehn, und immer mehr
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Es anzusehn, und – nicht zu pflücken.
193
Pflück' ich's? So bin ich ein Corsar;
194
Wer hatte mir das Recht gegeben?
195
Und pflück' ich's nicht? Ein braver Narr!
196
Was quäl' ich denn umsonst mein Leben?
197
Man sagt, es soll ein Mittelding,
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Platon'sche Liebe, glaub' ich, geben;
199
Allein, so weit ich durch das Leben,
200
An deiner Hand, Erfahrung, ging,
201
Hab' ich's noch nie recht nah gesehen.
202
Glück zu, dem Jäger, der es fing!
203
Ich möchte selbst die Jagd verstehen.
204
Zwar gibt es noch ein Mittelding,
205
Allein als Jüngling das zu üben,
206
Dazu gehört ein Sonderling;
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Denn wer kann leben, und nicht lieben?
208
Doch setzt, man schleppt die Jugend hin,
209
Und liebt, und liebt, bald die, bald jene:
210
Reitzt man auch noch mit greisem Kinn'
211
Und Beinen wie ein Storch, die Schöne?
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Ich mahlt' Euch gern das ganze Bild
213
Des Hagestolzen, treulich aus,
214
Wär's nicht vielleicht dereinst ein Schild
215
Vor seines Mahlers eignes Haus.
216
Doch laßt den ersten Umriß noch
217
Mit diesem Seufzer mich beschließen:
218
Ein traurig Ding ist's wahrlich doch,
219
Das Leben ledig zu genießen.
220
Und, so beschaut, wird, wie ich meine,
221
Des Griechen Antwort richtig seyn.
222
Nimm eine Gattin, oder keine,
223
Es wird dich beides oft gereun!
224
So ist's! das Glück hat immer Mängel;
225
Die Freud' ist unstät auf der Erde;
226
Allein der Mensch ist Mensch, nicht Engel,
227
Damit er erst zum Engel werde.
228
Sprecht, sollten sich nicht unterm Mond'
229
Von Hundert, neun und neunzig schämen,
230
Die oft, wer weiß warum! sich grämen?
231
Sucht nur die Freude, wo sie wohnt,
232
Dann sagt, ob's nicht die Müh' belohnt,
233
Auch die Paar Jahre mit zu nehmen?
234
Zum Beispiel' wähl' ich nur die Ehe,
235
(wovon ich, in Parenthesi,
236
Vom Zusehn doch so was verstehe,)
237
Wie viele Freuden hat auch die?
238
Es ist doch süß, ein freundlich Weib,
239
Nicht bloß die Lippen dran zu laben,
240
Nicht bloß bei Tisch als Zeitvertreib,
241
Nein, auch zum Busenfreunde haben.
242
Man sagt, die Küsse nähmen bald,
243
Zum wenigsten ihr Feuer ab;
244
Der Zeitvertreib werd' endlich alt:
245
Neu, bleibt der Geist nur, bis ins Grab,
246
Und da wird auch das Herz erst kalt.
247
Sie geht durchs Leben, Schritt vor Schritt,
248
Gelassen, auf den spitzen Steinen,
249
Und singend, auf dem Rasen, mit;
250
Und sollte sie einmal auch weinen:
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Stark macht des Weibes Schmerz den Mann!
252
Schon unter seinen Küssen scheinen
253
Ihn ihre Sonnen wieder an.
254
Die hundert tausend kleinen Freuden,
255
Die er aus seinen Kindern küßt,
256
Muß jeder Hagestolz beneiden,
257
Wenn sein Gefühl so sein noch ist.
258
Der Tag, an dem zuerst der Knabe:
259
Der Tag, an dem er auf dem Stabe
260
Zuerst sich reitend sehen läßt,
261
Und der, an dem er, halb berauscht,
262
Den Kapprock mit den Höschen tauscht,
263
Ist für das Haus ein hohes Fest!
264
Der Tag, an dem das kleine Mädchen
265
Auf ihrem ringelreichen Rädchen,
266
Den ersten dicken Faden spann,
267
Und der, wo sie den Glockenschlag
268
Schon auf französisch sagen kann,
269
Ist für das Haus ein Gallatag!
270
Und wird der Knabe nun zum Mann',
271
Das kleine Ding, zur schlanken Schöne,
273
Nehm' ich, zum Exempel, an,
275
Vor Wonne trunken, rief ich dann,
276
Viel lauter, als die Hochzeitchöre:
277
»o seht doch meinen Sohn dort an,
278
Und seine Braut! Bei meiner Ehre!
279
Ein solches Mädchen kann ihm noch
280
Das Leben, mir den Tod, versüßen!«
281
Ein herrlich Ding ist's wahrlich doch
282
Mit solcher Frau, es zu genießen!