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Wann schoß ich gierig mit den Blicken
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Umher im Kreis' der Mädchen? Sprich!
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Wer sah, mit Zofen-Sorgfalt, mich,
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Den Schönen zu gefallen, schmücken?
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Wer lachte tanzender Statuen,
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Im Mai des Lebens, so wie ich?
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Wer ließ so unversengt um sich
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Der Schönheit Funken sprühen?
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Wer focht im Kampfe ritterlich,
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Verbuhlter Herrn, und seinen Ränken
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Verliebter Mädchen, so wie ich?
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Wo ward ein Vater meine Wache
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Beim Scherzen mit der Tochter? Wo?
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Lebt' ich nicht unter einem Dache
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Mit schönen Mädchen frei und froh?
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Sah nicht die Stadt in den Alleen,
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Mit ihren Töchtern, hin und her
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Mich oft bei Mondenscheine gehen?
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Wer aber wagte Tadel? Wer?
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So war ich, als das Ohngefähr
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Zu dir, Tertullia, mich brachte!
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Weist du, Vergessene, nicht mehr,
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Wie scharf ich da mich selbst bewachte?
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Ich war ein Spiel von meinen Sinnen,
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Denn ach! mein höchster Wunsch warst du!
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Was that ich nun, dich zu gewinnen?
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Ging ich frisirt en Cacadour,
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Statt meiner einen schwarzen Locke?
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Ging ich nicht mehr im schlichten Rocke,
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Besprengt' ich mich mit Eaue d Lüce?
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Macht' ich durch Doppelsinn dich roth?
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Bepackt' ich mich mit Zuckerbrod?
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Ward ich ein Sklave der Caprice?
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Band ich dich an mit Modetand?
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Bewacht' ich neidisch deine Schwelle?
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Warst du die Losung für die Bälle?
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Und drückt' ich dir im Tanz' die Hand?
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Bestach ich dich mit Schmeicheleien?
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Mit Zucker deinen Lieblingshund?
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Mit Golde deiner Zofe Mund,
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Mein Lob dir stündlich vorzuschreien?
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O! sey gerecht, Tertullia!
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Bekenne, daß ich selbst durch Lieder
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Mich nicht verrieth. Ich stand und sah
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Nur immer still zur Erde nieder;
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Denn, o mein Geist! wo warst du da?
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Zu stolz, um immer unerhört,
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(dich liebten Hundert; du, nicht Einen!)
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Um dich zu seufzen und zu weinen,
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Hätt' ich gewiß in dunkeln Hainen
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Mich und den Kummer aufgezehrt.
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Durch Herz und Geist dich zu gewinnen,
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Wär's etwa beides deiner werth:
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Das war mein Wunsch! Sieg über Sinnen
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Hat nie mein Herz und Geist begehrt.
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Erst da, als sich der Wehmuth Zähre
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Hervor aus deinem Auge wand,
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Und dein Erröthen mir gestand,
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Daß sie für mich gefallen wäre;
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Erst da berührt' ich deine Hand!
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Zerbrechen wollte mir, zerbrechen
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Das Herz; vermochte nicht, zu sprechen,
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Zu stammeln nur, was ich empfand.
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Nicht du, nicht ich, keins wollt' es wagen,
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Die Augenlieder aufzuschlagen,
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Denn Thränen standen um den Rand;
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Und immer kürzer, immer enger,
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Ward uns der Athem und die Brust. –
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Ha! Welche Scene! Welcher Sänger
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Hat das zu singen je gewußt?
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Du warest mein Gedank' am Tage,
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Du warest jede Nacht mein Traum;
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Zu weit ward mir der engste Raum;
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Ich sah den Tag nicht, hörte kaum
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Und unter meiner Laube, lag
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Ich ungegessen, ungetrunken,
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Den einen wie den andern Tag,
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So – wer beschreibt's? – in mich versunken.
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Und welche Nächte, welche Nächte
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Verschlug mein Herz an deiner Brust!
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O willst du rechten? Wohl! so rechte
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Mit dem, der in der höchsten Lust
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Den Schwur bestanden: deiner Ehre
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Nie, nie Eroberer zu seyn!
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Ha! Wenn es kein Verdienst auch wäre,
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So war die That noch nicht so klein!
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In deiner kleinen Gartenlaube,
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In dem Corsett', der Abendhaube,
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Und einem seidnen Ueberrock';
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Vom Nelken- und vom Rosenstock'
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Süß angehauchet, eingesungen
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Von tausend Heimchen, fest umschlungen
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Von meinem Arm'; von meinem Kuß'
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Bis auf der Röhren Mark durchdrungen,
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Von meiner Augen mildem Guß'
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So überschwemmt, und von dem Toben
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Des hohen Busens aufgehoben,
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Bei Sternenlicht mit dir allein:
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O Tugend, Tugend! Ehre, Ehre!
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Was seyd ihr? Waret ihr nicht mein? –
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Ha! Wenn es kein Verdienst auch wäre,
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So war die That doch nicht so klein!
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Doch, laß mich offenherzig seyn!
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Klein war die That! denn nicht der Schleier
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Von deiner Seele, goß dieß Feuer
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Der Liebe, meinen Adern ein.
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Die Seele selbst war mir zu theuer,
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Um meinem Schwur' nicht treu zu seyn.
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Drei Jahr' bin ich ihm treu geblieben.
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Nicht mehr so laut schlägt zwar mein Herz,
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Nicht mehr so oft klagt süßen Schmerz
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Mein Mund; doch hört' ich auf zu lieben?
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Unfähig der Verstellungskunst,
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Der allerniedrigsten der Künste,
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Verscherzt' ich selbst ja deine Gunst,
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Würd' ich gefangen im Gespinnste
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Von einer Andern. Schon mein Blick
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Verriethe mich, und ach! es bliebe
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Nur meine Freundschaft, keine Liebe,
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Ach! für sein Herz kann Niemand stehen;
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Es treibt mit Weisen selbst sein Spiel!
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Wenn ich auch einst von diesen Höhen
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Herab, zum Sumpf' der Untreu' fiel:
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Mein wäre nagendes Vergehen,
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Und dein der Unschuld Ruhe dann.
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Ha! wie will diesen Fall, dein Flehen
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Verhindern? Ach! er ist geschehen,
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Eh' ich ihn selbst verhindern kann.
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Noch steh' ich fest auf meiner Stelle;
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Noch flüchten muß ich nun von hier!
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Denn Jammer! Jammer! Eine Hölle
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Von Eifersucht, tobt unter mir!
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Sieh! ihre Schwefelflammen lecken
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An mir herum von allen Ecken!
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O wenn ihr Raub ich werden muß,
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Tertullia! dann wird kein Kuß,
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Kein reuevoller Thränenguß,
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Mich treuen Todten auferwecken.
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Noch ist es Zeit, Tertullia,
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Dieß Höllenfeuer auszugießen.
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O laß nur andre Thränen fließen,
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Als ich seit Monden fließen sah.
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Wer so, wie ich dich liebe, liebet,
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Wer so für seine Treue wacht:
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Womit verdienet der, Verdacht?
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Und doch, Tertullia, betrübet
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Der deine mich so Tag als Nacht.
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Hat mein Verdacht von deinem Leben
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Dir auch nur Einen Tag getrübt?
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Von jedem, der dich sieht, geliebt!
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Du hast, mir treu zu seyn, geschworen;
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Wohl mir, wenn du es immer bist!
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Wo nicht; o wehe mir! So ist
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Die wachste Eifersucht verloren!
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Wozu nun ihre Qual und List?
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Wozu? da ich so gern doch glaube,
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Was einst dein Mund an meinem schwor?
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Nein, Eifersucht! ich wär' ein Thor,
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Gäb' ich, dir Löwin, mich zum Raube.
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Und dennoch, Zweiflerin! bewacht
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Dein Falkenauge mich Getreuen?
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Kannst, wenn ein Mädchen mit mir lacht,
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Mir kaum, dem Mädchen nie, verzeihen?
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Was suchst du ängstlich hin und her,
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So bald ich nur im Zimmer fehle?
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Was wirst du still, wenn ohngefähr
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Ich eines Mädchens Lob erzähle?
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Und blaß, wenn ich mit Spötterei
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Auf die Despoten-Tyrannei
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Der eifersücht'gen Liebe schmäle?
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Frei sind die Vögel in den Lüften,
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Der Fisch im See, das Wild im Hain':
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Und ich, ich sollt' es nur nicht seyn?
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O! das heißt langsam mich vergiften!
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Auf! wähle dir! das Maß ist voll!
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Frei will ich seyn, und dann dich lieben!
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Wo nicht; – Ich Thor soll mich betrüben? –
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Wo nicht; so leb' auf immer wohl!