Steig' empor

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Adolf Friedrich von Schack: Steig' empor Titel entspricht 1. Vers(1854)

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Steig' empor,
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Herrlichste der Sonnen,
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Die über Deutschland geleuchtet!
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O den Tag, den du bringst,
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Ganz und voll zu genießen,
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Ist es genug nicht des Glücks für ein Leben?
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Den sterbenden Greis
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Laß das Auge nicht schließen,
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Bevor er ihn erblickt,
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Und in der Wiege dem Säugling
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Oeffne des Geistes Sehkraft,
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Daß sein Gedanke ihn fasse,
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Und er einst noch den Enkeln künde:
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Ich habe den großen Tag erlebt.
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Horch! Trommelwirbel
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Und Fall von hunderttausend Tritten!
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Sie sind es, sie nahen,
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Die durch den Donner der Schlachten
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Ueber stürzender Brüder Leichen dahin
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Deutschlands Banner getragen!
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Noch scheinen ihre Lanzen
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Vom Wirbelsturm des Kampfes zu zittern.
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Doch Hoch! erschallt es, Hoch!
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Durch des Volkes wogende Reihen,
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Und mit dem Grün des Friedens bekränzt,
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Wallen durchs Thor die Siegesfahnen.
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Gen Himmel flackert
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Im Sonnenlichte der Glanz
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Der wogenden Helme und Waffen,
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Wie durch die geschmückten Straßen
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Der Zug der Krieger sich wälzt,
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Und Fanfarengeschmetter nun
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Und hochaufhallender Jubelruf;
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Sie kommen, die glorreichen Führer,
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Die Lieblinge des Ruhmes,
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Die noch nach Jahrtausenden
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In ungeborner Völker
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Gesängen leben werden!
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Aus ihrer Mitte hervor,
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Wie Orion unter den anderen Sternen,
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Leuchtet der Herrliche,
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Der Retter Deutschlands!
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Laßt Platz für sein Roß,
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Ihr Weiber, die mit euren Kleinen
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Heran ihr euch drängt,
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Um, seine Kniee umklammernd, ihm zu danken,
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Daß er euch Haus und Herd
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Vor Schande geschützt!
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Wohl mehr, als des Krieges Gewühl,
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Liebt er, Kinder um sich spielen zu sehen;
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Aber noch
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Eh zur Pflugschar das Schwert sich wandelt,
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In seines Heeres Mitte
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Mit den krachenden Feuerschlünden
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Muß er Zwiesprach' halten.
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Horch! das sind die ehernen Stimmen –
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Er kennt sie –,
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Die ihn in zwanzig Siegesschlachten umdonnert,
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Vor denen hundert Vesten
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Und ein Reich in Trümmer gesunken.
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Von allen Türmen die Glocken fallen ein,
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O! und weiter dahin, durch den Blumenregen,
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Der von Fenstern und Dächern niederstäubt,
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Zieht er achtlos vorüber an uns,
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Denen an der Wimper die Freudenthräne zittert,
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Während die Lippe verstummt
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Und nur des Herzens Klopfen
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Dank ihm stammelt,
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Daß er uns ein Vaterland geschenkt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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