9.

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Adolf Friedrich von Schack: 9. (1854)

1
Am Tage bang und herzbeklommen
2
Schreit' ich dahin auf ödem Pfad,
3
Bis, wenn sein dreistes Licht verglommen,
4
Die vielersehnte Stunde naht.

5
Sie, die im Tod mich nicht vergessen,
6
Auf kurz dann darf ich wiedersehn;
7
Herüber von den Grabcypressen
8
Schwebt sie zu mir im Abendwehn.

9
Von ihrem Atemzug, dem reinen,
10
Umhaucht fühl' ich mich wiederum;
11
Sie drückt die Lippen auf die meinen,
12
Und Seele hängt an Seele stumm.

13
Wie mahnend in mein Auge sieht sie
14
Legt ihre Hand in meine matt,
15
Und leis zu sich hinab mich zieht sie
16
In ihre dunkle Grabesstatt.

17
Und wo ich nach des Lebens Streite
18
Ruhn soll im stillen Friedenshaus,
19
Dort unten träum' ich ihr zur Seite
20
Den Traum des Todes schon voraus.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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