Auf dem Turm des Seraskiers

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Adolf Friedrich von Schack: Auf dem Turm des Seraskiers (1854)

1
Welch Brausen um mich her? Mir ist, als wehte
2
Ein Schöpfungsodem durch die Welt,
3
Da unten sich die Kaiserin der Städte
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Im ersten Tagesstrahl erhellt.

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Herein durchs Klippenthor der Symplegaden
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Melodisch saust der Bosporus
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Und giebt, aufschäumend an den Felsgestaden,
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Zwei Welten seinen Wogenkuß.

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Die Morgenwinde jagen Segelboote
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Heran vom blauen Hellespont;
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Fern strahlt das Schneehaupt des Olymp, vom Rote
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Des nahen Lichtgestirns besonnt;

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Und hoch und höher leuchten auf die Dome,
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Und weiße Minarete glühn,
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Friedhöfe, Brunnen, mächt'ge Hippodrome
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Aus dunkelndem Cypressengrün.

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Doch über all der Pracht mit trübem Blicke
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Seh' ich am Horizonte schon
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Die düstre Wetterwolke der Geschicke,
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Schwer von der Zukunft Schrecken, drohn;

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Ja, seh' auf hochbeschäumten Wogenpfaden
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Im weltverheerenden Orkan,
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Mit Blitzen und mit Wirbelwind beladen,
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Die Flotten aller Länder nahn.

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Schlachtdonner und Gekrach und Flammenzischen,
26
Wenn Tod die Feuerschlünde spein,
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Wird bald gen Himmel schallen, und dazwischen
28
Von Sterbenden das Jammerschrein.

29
Wie bleich dort durch des Morgens Purpurdämpfe
30
Der Halbmond über Stambul blinkt!
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O Zeit der Wehen und der Todeskrämpfe,
32
Bevor er ganz hinuntersinkt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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