In der Villa

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Adolf Friedrich von Schack: In der Villa (1854)

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Nach Jahren, die mir trüb geschwunden,
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Neu trat ich in das Gartenthor,
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Und wieder stiegen sel'ge Stunden,
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Hier süß genossen, mir empor.

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Nun öde und mit Spinngewebe
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Die Hausaltane überdeckt!
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Zerfallen des Geländers Stäbe,
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Der Pfad in Unkraut tief versteckt!

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Ich warf am Teich bei der Cypresse
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Mich nieder an den morschen Stamm,
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Wo neben mir in Leichenblässe
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Der Mond auf gelben Wellen schwamm;

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Und während an des Fensters Gittern
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Mir festgebannt das Auge hing,
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Hört' ich, wie ein unheimlich Zittern
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Hin längs der öden Mauern ging.

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Auf den Balkon sah ich
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Ihr Schleier weh'nd in Abendluft,
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Und rings quoll von den Gartenbeeten
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Entgegen ihr ein matter Duft.

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Halb wieder stieg aus der Fontäne
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Der lang versiegte Wasserstrahl; –
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Ich fühlte, wie sich eine Thräne
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Aus meinem Auge bebend stahl.

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Bald wieder alles tot; mir starrten
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Die Blicke noch zum Fenster bang,
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Als in den wüst-verfallnen Garten
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Des Morgens fahler Schimmer drang.

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Einst Sitz von Wonnen ohnegleichen,
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Zum öden Friedhof ward er nun!
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Warum, mein Herz, noch über Leichen
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Nachtwandeln? – Geh auch du, zu ruhn!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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