In Granada

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Adolf Friedrich von Schack: In Granada (1854)

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Wie oft mit ihr vom Winterherde,
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Wenn außen kalt die Flocke fiel,
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Träumt' ich mich nach dem Lenz der Erde,
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Dem grünen Hochthal am Genil!

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Da durch der Mondnacht Dämmerhelle
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Zu der Alhambra Zackenthor
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Trug sie beim hellen Klang der Schelle
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Das Saumtier neben mir empor.

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Wir ruhten in den Zauberhallen,
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Wo einsam nun der Brunnen rauscht
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Und mit des Westens Nachtigallen
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Die Peri Bagdads Worte tauscht.

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Und unten aus der Schlucht der Myrten
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Stob mit der wilden Sträuche Duft
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Zu uns das nächt'ge Lied der Hirten
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Empor durch die berauschte Luft.

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Es war ein Traum; nicht nach dem Süden,
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Zu fernern Küsten brach sie auf,
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Und weiter trug allein mich Müden
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Des Lebensstromes irrer Lauf.

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Nun spielt um mich auf weißen Platten
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Im Löwenhof der Mondenschein;
23
Allein er wirft nur
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Nur meinen auf den Marmorstein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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