Ewige Jugend

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Adolf Friedrich von Schack: Ewige Jugend (1854)

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Schön war's, als aus dem Morgenrot
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Mein Leben anhub aufzustrahlen
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Und mir die Lust in vollen Schalen
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Die reichsten ihrer Spenden bot;
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Doch nicht
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Und bleichend mit den braunen Haaren,
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Ich preise die, die nie vergeht
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Und schöner aufblüht mit den Jahren.

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Das Götterbild, das immerdar
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Ich feierte mit Hymnensange,
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Sie schütz es, daß es ewig prange
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Auf meines Herzens Weihaltar,
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Und meine Leier stimme sie,
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Daß alles Herrliche und Schöne
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In voller sel'ger Harmonie,
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Aus ihren Saiten wiedertöne!

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Sie trage aufwärts meinen Geist,
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Auf daß er hoch und höher ringe,
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So wie in Jugendkraft die Schwinge
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Den alten Aar nach oben reißt;
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Er schwebe, himmelsluftgewiegt,
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Indes, vom Lichtglanz ungeblendet,
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Er auf die Welt, die unten liegt,
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Die Sonnenblicke niedersendet.

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Häuft dann des Alters Wintertag
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Den letzten Schnee auf meine Locken:
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Nicht schrecken mich die weißen Flocken;
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Ich weiß, ein neuer Lenz folgt nach;
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Und heller noch, als da ich jung,
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Wie Abendrot der Alpen Firne,
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Umleuchte mir Begeisterung,
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Wenn sie zum Grab sich neigt, die Stirne.

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Gedrückt hat so der Genius
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Dem einundachtzigjähr'gen Greise,
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Dem hehren
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Auf Stirn und Mund den Weihekuß;
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Und, während er im Morgenlicht
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Sein Opfer bracht' am Musenherde,
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Noch auf den Lippen ein Gedicht,
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Ward er entrückt von dieser Erde.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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