Herbstwonne

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Adolf Friedrich von Schack: Herbstwonne (1854)

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Leuchtende Oktobertage,
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Deren Hauch den Wald durchzieht,
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Holder tönt mir eure Klage
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Als des Frühlings frohstes Lied!

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Lose an den Wipfeln hangend,
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Trennen in dem milden West,
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Gelb und rot und golden prangend,
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Sich die Blätter vom Geäst.

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Alle, alle endlich müssen
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Fallen; die der Wind nicht brach,
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Vor der Sonne warmen Küssen
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Sinken sie den andern nach.

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Und die wilden Rosen senken,
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Während sie mit heißem Duft
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Einmal noch die Lüfte tränken,
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Blatt auf Blatt sich in die Gruft.

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Seit der Osten rot erglühte,
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Bis zur Zeit des Abendwehns
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Schwelg' ich hier mit Laub und Blüte
20
In der Wonne des Vergehns.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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