Die Schwäne

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Adolf Friedrich von Schack: Die Schwäne (1854)

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Die ihr vor mir, schöne Schwäne,
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Auf der Wogen Flut euch wiegt,
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Silbern schimmert eu'r Gefieder,
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Doch in eurer Brust der Lieder
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Süßer Quell, den der Hellene
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Oft gepriesen, ist versiegt.

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Einst am Strome des Kayster,
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Wo die Sonne heller tagt
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Und der göttlichen Geschwister
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Tempel zwischen Myrten ragt,
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Lieblich tönten eure Stimmen
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Zu der Musen Saitenspiel,
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Wenn des Frührots erstes Glimmen
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Durch die Cedernwipfel fiel.
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Hin mit Steigen und mit Schwellen
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Glitt eu'r Hymnus auf den Wellen,
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Sel'ge Lieblinge Apolls!
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Horch! und an den Flußgestaden
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Ringsum von der Oreaden
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Lippen wie Gebethauch quoll's,
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Und die Luft begann zu strahlen;
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Hallend that sich auf das Thor,
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Und auf goldenen Sandalen
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Trat der schöne Gott hervor!
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Nun verbannt, ihr Südbewohner,
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Unter unser Wolkengrau,
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Fern dem Lande der Joner
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Und dem sel'gen Himmelsblau,
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Ach! verlort ihr selbst die schöne
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Mitgift der Natur, die Töne!
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Um eu'r Teuerstes betrogen,
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Wie so still ihr auf den Wogen,
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Lautlos eure Kreise zieht!
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Bei dem feuchten Nebelschauer
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Ringt, zu lindern eure Trauer,
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Sich aus eurer Brust kein Lied.

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Selig ist, wem des Gesanges
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Trost ein milder Gott verlieh!
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Ob ihm Weh das Herz zerwühle,
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Ob es juble – der Gefühle
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Jedes wird ihm süßen Klanges
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Auf dem Mund zur Melodie.
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Aber wehe, wenn das schnöde
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Schicksal ihm sein Bestes raubt!
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In des Daseins Winteröde
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Steht er mit gebeugtem Haupt;
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Und die Freude, die wie stummer
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Gram an seiner Seele nagt,
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Gäb' er gerne für den Kummer,
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Den er sonst im Lied geklagt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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