An G.T

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Adolf Friedrich von Schack: An G.T (1854)

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Freund, der mit mir in düstern Stunden
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Den Gram der Erde durchgefühlt,
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Mit mir die große Qual empfunden,
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Die in der Brust der Menschheit wühlt,

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Der nah mir war in jenen Nächten,
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Als ich der Leiden schwerste litt
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Und mit des Lebens finstern Mächten
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Den ungeheuern Kampf durchstritt!

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Noch einmal nun, zum letztenmale,
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Eh mir der Tod die Wange bleicht,
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Biet' mir in der krystallnen Schale
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Den Trank, den du mir oft gereicht,

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Und singe mir ein Lied von denen,
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Die wir geliebt, die oft vereint,
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Mit Freuden- und mit Schmerzensthränen,
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Wir durchgejubelt, durchgeweint.

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Zu voller Leidensblüte schließe
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Sich dann noch einmal auf mein Herz,
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Daß es in
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Des ganzen Menschenlebens Schmerz.

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Und, unbeengt vom dumpfen Schreine,
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Laß ruhn mich, tief hinabgelegt,
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Wo schmerzhaft zuckend an die meine
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Die Brust der Mutter Erde schlägt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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