Der kleine Franz

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Adolf Friedrich von Schack: Der kleine Franz (1854)

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Gestern noch im muntern Spiel
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Mit den Seifenblasen
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Sprang er viel und lachte viel
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Auf dem grünen Rasen;
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Abends drauf von meinen Knien
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Späht' er nach den Sternen;
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Jeden, der am Himmel schien,
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Wollt' er kennen lernen.

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»gute Nacht nun! Morgen dann
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Mir erzählst du weiter!«
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Und er lächelte mich an,
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Hüpfte fort so heiter;
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Gestern noch so frisch im Glanz
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Seiner sieben Jahre,
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Liegt er heut, der kleine Franz,
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Auf der Totenbahre.

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Zarter Knabe, der du bang
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Sonst im Finstern zagtest,
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Sprich, wie du den großen Gang
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Durch das Dunkel wagtest?
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Wagtest, in den Schlund, davor
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Alle zitternd stehen,
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Durch das schwarzverhängte Thor
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So allein zu gehen?

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Seit dem letzten Sonnenstrahl
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O wie weit die Reise!
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Weiter, weiter tausendmal,
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Als vom Kind zum Greise!
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Jüngst erst auf der Mutter Schoß,
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Ihr am Busen lagst du,
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Nun die Größten riesengroß
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Plötzlich überragst du.

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Und mit allem, was ich kann,
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Was ich bin und habe,
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Nichts vermag ich dir fortan
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Mehr zu lehren, Knabe;
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Weiser du als Sokrates,
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Ich an Geist erblindet,
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Alles, alles weißt du es,
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Was wir nie ergründet.

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Lächelnd blickst auf uns du nun,
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Denen du entrissen;
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Kindisch dünkt dich unser Thun,
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Unser Sein und Wissen.
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Seit du über mich so hoch
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Bist erhöht, o Kleiner,
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Nur mit heil'gem Schauer noch
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Denken kann ich deiner.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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