Neujahrsnacht

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Adolf Friedrich von Schack: Neujahrsnacht (1854)

1
Schnee, weithin Schnee! Und immer noch streut
2
Der Winter stäubende Flocken;
3
Vom Turme tönt es wie Sterbegeläut,
4
Und mir bebt das Herz mit den Glocken.

5
Todblasse Gestalten durchschweben die Luft,
6
Die jammernd die Hände ringen,
7
Fernher dazwischen in Nebelduft
8
Der Mitternachtmette Singen.

9
Klagt, Glocken, klagt, daß mit jedem Jahr
10
Wir ärmer an Glauben und Lieben!
11
Klagt um das Viele, das unser war,
12
Und das Wenige, das uns geblieben.

13
Dahin, was nimmer, o nimmer kehrt,
14
Der Tau auf des Lebens Blüte;
15
Erloschen der heilige Flammenherd,
16
Der Glut in die Seele sprühte!

17
Klagt, Glocken, klagt um des Menschen Geschick,
18
Der ewig Verlornes bejammert
19
Und umsonst den schwindenden Augenblick
20
Im Schiffbruch des Lebens umklammert.

21
Er späht und späht nach dem rettenden Port
22
Im Meere, dem uferlosen,
23
Doch fort, von Klippe zu Klippe fort,
24
Reißt ihn der Wellen Tosen.

25
Zwölf Schläge vom Turm! Gestorben das Jahr;
26
Bleich dämmert durch Nebel und Flocken
27
Das neue herauf mit dem kalten Januar;
28
Im Winde verhallen die Glocken.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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