Gewitternacht

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Adolf Friedrich von Schack: Gewitternacht (1854)

1
Hinaus! hinaus! Die Nacht hängt schwül,
2
Schwer lastend über meinem Pfühl,
3
Fern hör' ich es gewittern;
4
Durch der Kastanien Blätter geht,
5
Gleich Stimmen, halb vom Sturm verweht,
6
Ein Rauschen hin, ein Zittern.

7
Laut bei des Donners Rollen klingt,
8
Indes der Wind die Wipfel schwingt,
9
Der Nachtigall Geschmetter;
10
Heiß fallen auf ihr kleines Nest
11
Die ersten Tropfen durchs Geäst,
12
Und höher steigt das Wetter.

13
Durch Donner hallt und Sturmgebraus
14
Mir eine Stimme. Fort, hinaus!
15
Ich flieg' hinab die Stufen,
16
Zu dir in Blitz und Wirbelwind,
17
O Mutter Nacht! Du hast dein Kind
18
Vergebens nicht gerufen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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