In der Nacht

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Adolf Friedrich von Schack: In der Nacht (1854)

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Sanft hat der Tag die strahlenhellen
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Sehmüden Augen zugethan;
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Zur Ruhe sammelt seine Wellen
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Der laute Lebensocean,
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Und von dem Wechsel der Gestalten,
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Der unten ewig wogt und kreist,
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Schaut wieder zu der Nacht, der alten
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Geliebten Freundin, auf dein Geist.

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Still blickt sie mit vertieftem Sinnen,
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Die Mutter, die vor allem war,
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Auf dich herab, und Schauer rinnen
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Durch deine Seele wunderbar;
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Dir ist, als ob die teuren Züge
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Du sähest, die dich angelacht,
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Als deine Kindheit in der Wiege
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Aus ihrem ersten Schlaf erwacht.

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Ein groß Geheimnis, ahnst du, trage
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Die Göttliche in ihrem Schoß;
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Du spähst danach in banger Frage –
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Umsonst, sie schweigt und lächelt bloß;
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Doch wie ihr Blick unwiderstehlich,
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Dich bannend, auf dich niederschaut,
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Fühlst du, wie über dich allmählich
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Ein inniges Genügen taut.

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Die Frage stirbt auf deinem Munde,
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Und jeder Zweifel wird Gebet;
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Du fühlst, wie aus dem Weltabgrunde
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Ein Odem dir entgegenweht:
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Nicht wähnst du ferner dich verstoßen,
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Nicht heimatlos, und frei von Harm
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Kehrst zu dem Tagewerk, dem großen,
32
Zurück du aus des Schlummers Arm.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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