Dembinski

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Adolf Friedrich von Schack: Dembinski (1854)

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Blauer Niemen, blauer Niemen,
2
Wie viel Blut hast du getrunken,
3
Blut wie vieler edlen Polen,
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Die an dir dahingesunken!

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An dein Ufer wankt Dembinski,
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Auf der Brust die Sterbewunde;
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Trauernd um den Feldherrn drängen
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Sich die Krieger in der Runde.

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»legt mich nieder! Nicht erreich' ich
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Mehr den Jenseitstrand, ihr Lieben;
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Doch das
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Ob er unser noch geblieben!«

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Und dem Winke folgen drei;
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An den Fluß dahingetreten,
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Blasen sie das Lied der Polen
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Auf den rostigen Drommeten.

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Stille dann, und alle lauschen,
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Lauschen bang, – zu ihren Ohren,
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Horch! von drüben schallt es da:
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»noch ist Polen nicht verloren!«

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Freudeweinend liegen alle
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Sich in Armen fest umschlungen;
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Aufgerichtet steht der Feldherr,
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Bis das teure Lied verklungen.

25
Dann zur Erde sinkt er nieder:
26
»o, nun mag mein Herzblut fließen!
27
Nun ich diesen Klang vernommen,
28
Will ich gern die Augen schließen.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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