Die Königstochter

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Adolf Friedrich von Schack: Die Königstochter (1854)

1
»was brütest und träumst du, junger Fant?
2
Heut gilt es kein Lied zur Zither;
3
Links weichen die Unsern; dort halte stand,
4
Und selbst dich schlag' ich zum Ritter!«

5
Errötend stürmte der Edelknecht
6
Beim Wort des Königs von dannen;
7
In die dichtesten Reihn der Feinde hinein
8
Von neuem riß er die Mannen.

9
Hoch flammte sein Schwert; zu Boden sank
10
Ein Feind bei jedem der Streiche;
11
Beim sinkenden Tag am Boden lag
12
Der Jüngling selber als Leiche.

13
Gewonnen der Sieg! Zur Hauptstadt kehrt
14
Der König mit seinen Vasallen;
15
Doch traurige Mär bei der Wiederkehr
16
Liest er in den Blicken von allen.

17
Er findet die Tochter totenbleich
18
Aufs Purpurkissen gebettet.
19
»auf, sendet Boten! Mein halbes Reich
20
Dem, der vom Tode sie rettet!«

21
Nicht einer, so viele der Aerzte sind,
22
Weiß, was ihr fehle, zu sagen.
23
Bang forscht der Vater: »Was ist dir, Kind?«
24
Stumm bleibt sie bei allen Fragen.

25
»und zehrt am Herzen dir Liebesqual,
26
O Tochter, hör mich geloben:
27
Wen immer du wählst, er sei dein Gemahl!«
28
Sie schaut, wie jammernd, nach oben.

29
Der König wacht an der Lagerstatt,
30
Bis blaß aufdämmert der Morgen;
31
Da hebt mit der Rechten die Kranke ein Blatt,
32
Das sie auf dem Busen verborgen,

33
Und küßt es lange und seufzt so tief,
34
Als fühlte das Herz sie zerspringen:
35
»leb wohl! Das ist sein letzter Brief;
36
Ich will ihm die Antwort bringen.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.