11.

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Adolf Friedrich von Schack: 11. (1854)

1
Kommt, Perin und Dschinnen!
2
Auf dem Mauerkranz
3
Der Alhambrazinnen
4
Liegt der Mondenglanz;
5
Unter Palmenästen
6
Schlinget hier im Westen,
7
Wie bei Bagdads Festen,
8
Euren Reihentanz!

9
Schwingt euch auf den spitzen
10
Turm des Boabdil!
11
Seht die Höfe blitzen
12
In der Wellen Spiel!
13
Ins Bassin gesunken,
14
Tanzen goldne Funken,
15
Und vom Lichte trunken
16
Schimmert der Jenil.

17
Wie ein Glanz von Osten
18
Quillt es um den Stein,
19
Und die Jaspispfosten
20
Mit den Marmorleu'n,
21
Drum sich bunt in Ringen
22
Zaubersprüche schlingen,
23
Strahlen und erklingen
24
In dem Widerschein.

25
Hört ihr der Drommeten
26
Und der Zinken Schall?
27
An den sternbesäten
28
Decken überall,
29
Aus den Säulengängen,
30
Wo in Laubgehängen
31
Sich die Blüten drängen,
32
Tönt der Wiederhall.

33
In dem Schwestersaale
34
Schallt es wie Gesang;
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Aus der Weihrauchschale,
36
Der er sich entschwang,
37
Wallt der Duft des Ambra
38
Hin durch die Alhambra,
39
Und zur muntern Zambra
40
Ruft der Schellenklang.

41
Welch ein bunter Flimmer!
42
Nah und näher tritt's!
43
Seidner Kleider Schimmer,
44
Blanker Waffen Blitz!
45
Die vom Schlaf Erwachten
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Nahn in reichen Trachten,
47
Strahlend von Smaragden,
48
Ihrem alten Sitz.

49
Agas mit der Fahne
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Gehn dem Zuge vor,
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Krumme Ataghane
52
Schwingt ein jeder Mohr;
53
Ritter, nicht zu zählen,
54
Zegris und Gomelen,
55
Fluten zu den Sälen
56
Durch das Richterthor.

57
Tartschen trägt ein jeder,
58
Blitzend wie Demant,
59
Und die Reiherfeder
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An des Turbans Rand;
61
Allen die Gewänder
62
Schmücken bunte Bänder,
63
Teure Liebespfänder
64
Von der Schönen Hand.

65
Sehet, was im Liede
66
Euer Liebling war:
67
Gazul und Zaide,
68
Das gepries'ne Paar!
69
Sie an seiner Rechten!
70
Schwarz gleich dunklen Nächten
71
Mit gelösten Flechten
72
Wallt herab ihr Haar.

73
Wilder nun und bunter,
74
Rauschenden Gewands,
75
Aufwärts und hinunter
76
Schlingen sie den Tanz –
77
Doch die Stunden rinnen
78
Ohne Rast von hinnen;
79
Um des Schlosses Zinnen
80
Zuckt ein roter Glanz.

81
Wehe dir, Granada,
82
Deine Pracht zerfällt,
83
Wie sich die Nevada
84
Morgendlich erhellt!
85
Gleich den Nebelrauchen
86
In des Ostens Hauchen
87
Mußt du untertauchen,
88
Schöne Zauberwelt!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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