Abschied

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Adolf Friedrich von Schack: Abschied (1854)

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Schon zur Heimfahrt ruft das Meer;
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Doch wie wird das Herz so schwer
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Mir beim Abschiednehmen!
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Und auch du, mein Weggenoß,
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Blickst so traurig, treues Roß,
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Edelstes von Jemen.

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Fern von jeder Menschenspur –
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Führer uns die Sterne nur
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An des Himmels Bogen –
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Wie zwei Brüder, nie getrennt,
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Durch den weiten Orient
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Sind wir hingezogen.

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Ueber Berge, steil und schroff,
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Ob auch Schaum vom Bug dir troff,
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Flogst du, nie ermattet;
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Trugst mich durch der Wüste Sand,
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Wo vor lohem Sonnenbrand
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Keine Palme schattet.

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Unser Mais- und Dattelmahl
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Teilten wir im Felsenthal
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An des Brunnens Kühle;
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Nachts, an dich dahingelehnt,
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Deinen Nacken, weichgemähnt,
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Wählt' ich mir zum Pfühle.

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Achtsam spähend immerdar
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Mich zu schützen vor Gefahr,
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Kaum Minuten schliefst du;
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Wenn, von Müdigkeit wie starr,
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Noch ich lag, mit Hufgescharr
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Schon zum Aufbruch riefst du.

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Als ich matt und fieberkrank
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In dem Chane niedersank
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Und es in mir Nacht ward,
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An der harten Blätterstreu,
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Drauf ich ruhte, o wie treu
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Ich von dir bewacht ward!

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Lebe wohl! Von Ort zu Ort
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Auch im Abendland hinfort
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Feir' ich dich im Liede;
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Und, noch wenn ich heimgekehrt,
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Preis' im Osten, teures Pferd,
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Lang dich die Kasside;

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Preise deiner Glieder Pracht,
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Schwarz wie Wetterwolkennacht,
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Schlank wie die Cypresse,
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Und, die durch das Dunkel fern
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Leuchtet wie der Morgenstern,
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Deiner Stirne Blässe!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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