Jaffa

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Adolf Friedrich von Schack: Jaffa (1854)

1
Nun lebe wohl, mein morgenländisch Dach,
2
Von Palmen still umfriedet und Cypressen!
3
Auf dir wie manche Nächte hab' ich wach,
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Vom Sternenhimmel überwölbt, gesessen!

5
Der Atemzug der schlummernden Natur
6
Ging durch die Wipfel hin mit sanftem Wehen;
7
Leis durch das tiefe Schweigen rauschten nur
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Fernher die heil'gen Brunnen der Moscheen.

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Zu Häupten mir im unermess'nen Raum
10
Sah ich Myriaden goldner Welten rollen,
11
So flammenhell, als ob seit gestern kaum
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Sie aus dem großen Born des Lichts gequollen.

13
Und wie, noch unbethört von Glaubenswahn,
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Die ersten Menschen, die nicht Tempel kannten,
15
Mit Andacht auf zu jenen Sternen sahn,
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Die unvergänglich dort am Himmel brannten,

17
Also auch ich; mein Geist schwang sich empor
18
Und sog den Glanz in langen, durst'gen Zügen
19
Und kreiste mit dem hehren Feierchor
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Der Sonnen, wie sie sanken oder stiegen.

21
O wer aus jenem Quell des Lichtes trank,
22
Nicht dunkel ist's um ihn fortan hienieden;
23
Leb wohl, mein Morgenland, und habe Dank!
24
Mit mir im Herzen trag' ich deinen Frieden.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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