India

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Adolf Friedrich von Schack: India (1854)

1
Oft, wenn der Lebenstag mit dumpfer Schwüle
2
Auf meinem Haupte drückt,
3
Eil' ich zu dir, daß frische Dämmerkühle
4
Die müde Stirn erquickt.

5
Vom Glanz der Erdenjugend noch umflossen,
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Vom Frührot überglüht,
7
Ist, reich in Duft und Farbenpracht erschlossen,
8
Dein Garten aufgeblüht.

9
Hoch von des Himalaya eis'ger Klippe,
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Dem ältsten Götterdom,
11
Stürzt sich, ein Gott, Begeistrung auf der Lippe,
12
Herab der Gangesstrom;

13
Und Tempel, die das Weltgeheimnis hüten,
14
Stehn längs der Flut gereiht;
15
Im heil'gen Kelche ihrer Lotosblüten
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Schläft die Unsterblichkeit.

17
Dort unter deiner Pflanzenwelt Titanen
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Sitz' ich in Waldesnacht,
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Wo tiefer noch das Ranken der Lianen
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Das ernste Dunkel macht,

21
Wo von den Felsen, die vor Alter wanken,
22
In den Granit gehaun,
23
Auf mich herab die riesigen Gedanken
24
Vergangner Tage schaun.

25
Die Baniane steigt, das Kind der Tropen,
26
Breitästig himmelauf;
27
Durchs Dickicht fliehen schlanke Antilopen
28
Dahin in scheuem Lauf.

29
Und zu mir, Lilien um die Stirn gewunden,
30
Das Auge gottbeseelt,
31
Gesellt Vyasa sich, der mir die Kunden
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Von alter Zeit erzählt,

33
Indessen oben in den Palmenbäumen,
34
Wie sie der Windhauch schwingt,
35
Ein Geist der Urzeit von den Wunderträumen
36
Der ersten Weltnacht singt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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