Der Tempel von Aegina

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Adolf Friedrich von Schack: Der Tempel von Aegina (1854)

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Halbauf noch ragt mit seinem Ruhm
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Der Wunderbau der Aegineten,
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Doch öde steht sein Heiligtum,
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Verwaist von Opfern und Gebeten;
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Zerbröckelnd in den Archipel
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Sinkt das Gestein vom Felsenhange,
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Um Säulensturz und Kapitäl
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In Ringeln windet sich die Schlange.

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Nur wenn beim Sternenschein der Nacht
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Von Fels zu Fels die Schatten wallen,
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Erhebt in alter Dorerpracht
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Der hehre Tempel seine Hallen,
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Und durch die Säulengänge hin,
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Den goldnen Kranz im Lockenhaare,
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Tritt feierlich die Priesterin
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Im weißen Lichtkleid zum Altare

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Da ist's, als ob am Himmelssaum
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Des Göttervaters Donner rolle
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Und aus jahrtausendlangem Traum
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Die alte Welt erwachen wolle;
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Als ob die Mutter Cybele
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All ihre Kinder wieder wecke
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Und sehnsuchtsvoll in süßem Weh
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Die Arme nach der Erde strecke.

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Und horch! Ein Regen auf der Flur,
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Ein Rauschen um die Uferklippen!
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Noch einmal öffnet die Natur
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Aufjubelnd ihre bleichen Lippen;
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In kühler Grotten Dämmerglanz
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Und an den hallenden Gestaden
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Schlingt sich der Nymphen Reigentanz;
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Im Walde flüstern die Dryaden.

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Und wie Gesänge des Homer
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Tönt es durch das Geroll der Wogen;
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Auf silbernem Gewölk daher
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Kommt leuchtend Artemis gezogen;
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Anbetend gießt die Priesterin
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Das Opfer aus der Weiheschale –
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Doch neu in Schweigen und Ruin
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Sinkt alles hin beim Morgenstrahle.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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