Das Marmorbild

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Adolf Friedrich von Schack: Das Marmorbild (1854)

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Wenn beim Frühglanz des Hymett
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Morgens auf mein Ruhebett
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Sanft die Strahlen zittern,
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Immer lächelst, teures Bild,
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Du auf mich herab so mild
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Aus den Epheugittern.

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Deine Züge, hold und traut,
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Ach! daß ich sie doch geschaut,
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Als sie lebend waren,
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In die Augen dir geblickt,
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Eh' sie in den Schlaf genickt
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Von zweitausend Jahren!

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Dann in Delphis Waldesschlucht –
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Ueber uns die Purpurfrucht
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Der Granate leuchtend –
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Hätten wir am Quell geruht,
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Mit Apollons heil'ger Flut
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Unsre Lippen feuchtend.

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Schauten von den Propylä'n,
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Wie die Tempel von Athen
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Felshinan sich bauten
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Und aus segelvollem Meer
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Vom Piräus ferneher
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All die Inseln blauten.

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Schweiften den Kephiß entlang,
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Wo der Nachtigall Gesang
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Nie im Walde stockte
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Und auf grünem Wiesenplan
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Flötenhauch der alte Pan
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Aus der Syrinx lockte.

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Nächtlich in Kolonos' Hain
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Lauschten wir dem Jubelreihn,
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Wie die Zimbel schallte
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Und der Tanz von Nymph' und Faun
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Durch die rebenvollen Aun
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Labyrinthisch wallte;

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Und der Chiertraube Trank
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Schlürften wir im Laubgerank,
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Ueberweht von Blüten,
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Während bei der Leier Ton
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Und Alcäus' Skolion
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Unsre Küsse glühten.

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Doch was träum' ich?
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Ach, nur Gram
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Bleibt mir, daß zu spät ich kam
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Zu des Lebens Feste,
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Und, o Weib, verweht vom Wind
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Seit zweitausend Jahren sind
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Deine Aschenreste.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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