Bei Athen

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Adolf Friedrich von Schack: Bei Athen (1854)

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Sie ist's; gefunden hab' ich sie, die Stelle,
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Die Sokrates zum Ruh'n sich gern erlas;
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Vom Felsenhange rieselt kühl die Quelle,
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An der er oft mit Phädrus saß.

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Hier sprach der Weise von dem Ew'gen, Einen,
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Der Sonne, die um Mittag immer steht,
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Indessen schnell im flüchtigen Erscheinen
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Die Welt der Sichtbarkeit vergeht.

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Als ob er eines Gottes Nahsein ahne,
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Lieh andachtvoll sein Liebling ihm das Ohr;
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Ob ihren Häupten rauschte die Platane
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Zu der Cikaden Sommerchor.

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Theater lagen, Tempel, Siegesbogen
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Und Säulenreihn endlos vor ihnen da,
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Und murmelnd aus der Ferne scholl das Wogen
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Des Volkes von der Agora.

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Und nun? Im Schutte, der mit seinem Volke
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Und seinen Göttern Griechenland begräbt,
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Wo blieb Athen? Geh! frag die Staubeswolke,
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Die wirbelnd sich vor dir erhebt!

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Umsonst hoch von der Burg herab beschützte
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Der Pallas helmgeschmücktes Riesenbild,
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Das fern den Schiffern schon entgegenblitzte,
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Die hehre Stadt mit goldnem Schild.

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Verstummt der Rennbahn Lärm, die Siegspäane,
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Der Opferzug durchs hohe Säulenthor!
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Nur über mir noch säuselt die Platane
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Zu der Cikaden Sommerchor.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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