La Zisa bei Palermo

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Adolf Friedrich von Schack: La Zisa bei Palermo (1854)

1
Hinab vom Schloß arabischer Emire,
2
Das aus dem Garten aufragt hochgezinnt,
3
Laß ich die Blicke gleiten und verliere
4
Mich in ein Blütenlabyrinth.

5
Fern über Pinien mit dem breiten Schirme
6
Und über Gärten voll der Aloe,
7
Bleikuppeln, Dome und Normannentürme
8
Am Klippenstrand der blauen See!

9
Noch gießt, wie zu der Zeit der Sarazenen,
10
Das Schöpfrad Wasserfülle durch das Thal;
11
Zum Regenbogen bricht auf den Fontänen
12
Noch blitzend sich der Sonnenstrahl;

13
Und aus der Schlucht herab, wo Indiens Feige
14
Auf sonnverbrannten Zackenfelsen glüht,
15
Schwebt müden Fittichs durch die Mandelzweige
16
Das Wüstenkind, der heiße Süd.

17
Gleich einer Sultanin, die nach dem Bade
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Im Palmenhaine, märchenlauschend, liegt,
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Ruht wollustvoll Palermo am Gestade,
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Vom Wellenschlag in Traum gewiegt.

21
Doch nachts, so sagt man, oft geht durch die Wogen
22
Ein dumpfes Murmeln; schäumend wallt die Flut;
23
Schwarz türmen Wolken sich am Himmelsbogen,
24
Durchflammt von roter Nordscheinglut.

25
Und Blitze zucken; Donner rollt; Walküren
26
Mit goldnem Helm ziehn durch die Nacht hindurch;
27
Mit Krachen öffnen sich die eh'rnen Thüren
28
Zu Odins hoher Götterburg;

29
Und Schiffe sieht man schwanken; Waffendröhnen
30
Und Kriegerruf, vom Sturme halb gedämpft,
31
Hallt auf dem Meer, wo mit den Wüstensöhnen
32
Des Nordmanns Heere lang gekämpft.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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