Am Grabe Conradins

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Adolf Friedrich von Schack: Am Grabe Conradins (1854)

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Du Staufe, dem zum Throne
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Ein Blutgerüst verliehn,
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Der statt der Kaiserkrone
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Den Kranz von Rosmarin,

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Statt Hermelin und Seide
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Ein Leichentuch geerbt
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Und es zum Purpurkleide
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Mit eignem Blut gefärbt;

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Der nun am wälschen Strande,
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Wo fremd die Woge schäumt,
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In fremder Männer Lande
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Den Lebensschlaf verträumt:

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Mich grüßt von deinem Steine
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Der Heimatklang so traut,
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Wie dich in deinem Schreine
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Vielleicht mein deutscher Laut.

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Nimm freundlich hin die Gaben,
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Die dir die Liebe streut,
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Die Grüße, die dein Schwaben
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Durch meine Hand dir beut;

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Zwei grüne Eichenreiser,
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Am Staufenschloß gepflückt,
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Wie sie, du junger Kaiser,
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Dir oft das Haupt geschmückt,

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Wenn über Alp' und Kuppe,
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Vom Waldesgrün umwogt,
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In froher Jägertruppe
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Ihr aus zum Birschen zogt.

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O schlügen tief und tiefer
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Sie Wurzeln in dem Stein,
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So wie auf kahlem Schiefer
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Die Tannen stolz gedeihn,

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Und streuten sie als Bäume,
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Von frischem Grün umlaubt,
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Dir liebe alte Träume
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Ums früh gesunkne Haupt!

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Dann statt des dumpfen Ave,
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Das durch die Wölbung hallt,
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Umspielte dich im Schlafe
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Ein Ton, der süßer schallt;

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Ein Ton aus besserm Dome,
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Aus deutschem Eichenhain,
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Ein Gruß vom Donaustrome
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Und vom geliebten Rhein,

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Und säuselnd stiege nieder
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Aus grünem Laub der Klang,
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So süß wie Uhlands Lieder
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Und Walthers Minnesang.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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