In den Alpen

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Adolf Friedrich von Schack: In den Alpen (1854)

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Wie ein Sohn, der, lange verstoßen,
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Reuig zum Elternhause kehrt,
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Flücht' ich wieder an den großen,
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Allen heimatlichen Herd,
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Wo, wenn die Sonne tauende Strahlen
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Ueber die Eisgebirge senkt,
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Mutter Natur aus krystallenen Schalen
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Ihre dürstenden Kinder tränkt.

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Die an den weißen Gletscherbrüsten
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Ihr den Tag, den jungen, säugt,
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Denen die morgenlicht-geküßten
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Scheitel nimmer das Alter beugt,
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Ewige Alpen, zu eurer Firne
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Hebt mich empor in das reinere Blau!
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Sprengt mir auf die glühende Stirne
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Eurer Bäche silbernen Tau!

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In der unendlichen Säulenhalle,
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Drunter die ersten Menschen gekniet,
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Juble um mich im donnernden Falle
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Die Lawine ihr Morgenlied,
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Und zum Himmel, der über den hehren
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Bergespfeilern sich weithin spannt,
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Von den schimmernden Eisaltären
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Hochauf schlage der Opferbrand!

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Wo seit der Zeiten frühstem Beginnen
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An die Sterne die Jungfrau ragt,
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Will ich ruhen auf strahlenden Zinnen,
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Die zu erfliegen kein Adler wagt;
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Oder am Strom, der mit Wirbeln und Kochen
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Selbst die Windsbraut übertäubt,
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Schaun, wie in weiße Nebel gebrochen,
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Wieder die Flut aus dem Abgrund stäubt!

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Dort in den Armen sollst du mich halten,
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Mutter, die einzig du treu uns bist,
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Mir vor deinen großen Gestalten
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Zeigen, wie klein das Leben ist,
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Und die Hand auf die Schläfe mir legen,
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Die von den Mühen der Erde tropft,
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Bis der Puls mir in leiseren Schlägen
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Mit dem deinen in Einklang klopft.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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