2.

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Adolf Friedrich von Schack: 2. (1854)

1
Wie öd' und ausgestorben alles!
2
Und dennoch tönt aus jedem Gang
3
Ein Flüstern mir, ein leises Regen,
4
Das mich mit Schauer füllt, entgegen;
5
Ein Echo gleitet matten Schalles
6
Geheimnisvoll die Wand entlang.

7
Oft flieht mein Schlaf in nächt'gen Stunden,
8
Wenn im Kamin das Heimchen zirpt;
9
Die Wanduhr, die seit Jahren stumme,
10
Beginnt von neuem ihr Gesumme,
11
Als ob sie zählte die Sekunden
12
Am Bett des Kranken, eh' er stirbt.

13
Dann rauscht es in den Vorhangfalten;
14
Auf allen Treppen wird es laut;
15
Ich höre Rufe, wehgebrochen,
16
Und an den Thüren schallt ein Pochen,
17
Ein Schimmer gleitet durch die Spalten,
18
Vor welchem meiner Seele graut.

19
Bewegen seh' ich sich die Klinken
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Von Händedrücken, mir bekannt;
21
Ich öffne, und im matten Lichte
22
Schaun mit gebleichtem Angesichte
23
Mich Schattenbilder an und winken
24
Zurück mir mit der weißen Hand.

25
Hinweg! hinweg! Von allen Seiten
26
Starrt Schrecken hier auf mich herab!
27
In diesem Haus erstarb das Leben;
28
Doch irrend noch zur Nachtzeit schweben
29
Die Geister der vergangnen Zeiten
30
Um meiner Jugendfreuden Grab.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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