2.

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Adolf Friedrich von Schack: 2. (1854)

1
Noch hängen um des toten Tages Bahre
2
Die Wolkenfalten wie ein Trauerflor,
3
Doch mählich schwebt die Nacht, die heilig-klare,
4
Der Tag der Träumenden, empor.

5
Auf Meer und Erde senkt sie stille Feier
6
Und dämpft den letzten Ton, der sich noch regt;
7
Es wehn und wallen ihre Sternenschleier,
8
Von Himmelslüften sanft bewegt.

9
Nun klopft ein jedes Herz mit leiserm Schlage,
10
Der Jammer wird jetzt regungslos und mild,
11
Und still zur Andacht wandelt sich die Klage,
12
Noch eh' sie aus der Seele quillt.

13
Du aber, Ruheloser, dem sich bange
14
In Hoffnung und in Gram das Herz verzehrt,
15
Der ewig sucht mit ungestilltem Drange,
16
Was ihm die Erde nie gewährt:

17
Flieh du die Sommernacht, die sternbesäte,
18
Flieh, bis das tiefste Dunkel dich begräbt,
19
Damit kein Mißlaut sei in dem Gebete,
20
Das auf des Weltalls Lippen schwebt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Adolf Friedrich von Schack
(18151894)

* 02.08.1815 in Schwerin, † 14.04.1894 in Rom

männlich, geb. Schack

deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker

(Aus: Wikidata.org)

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