Großmutter und Enkel

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Hugo von Hofmannsthal: Großmutter und Enkel (1901)

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»ferne ist dein Sinn, dein Fuß
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Nur in meiner Tür!«
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Woher weißt dus gleich beim Gruß?
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»kind, weil ich es spür.«

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Was? »Wie
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Süß durch dich erschrickt.« –
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Sonderbar, wie Sie hast du
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Vor dich hingenickt.

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»einst ...« Nein: jetzt im Augenblick!
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Mich beglückt der Schein –
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»kind, was haucht dein Wort und Blick
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Jetzt in mich hinein?

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Meine Mädchenzeit voll Glanz
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Mit verstohlnem Hauch
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Öffnet mir die Seele ganz!«
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Ja, ich spür es auch:

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Und ich bin bei dir und bin
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Wie auf fremdem Stern:
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Ihr und dir mit wachem Sinn
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Schwankend nah und fern!

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»als ich dem Großvater dein
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Mich fürs Leben gab,
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Trat ich so verwirrt nicht ein
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Wie nun in mein Grab.«

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Grab? Was redest du von dem?
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Das ist weit von dir!
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Sitzest plaudernd und bequem
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Mit dem Enkel hier.

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Deine Augen frisch und reg,
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Deine Wangen hell –
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»flog nicht übern kleinen Weg
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Etwas schwarz und schnell?«

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Etwas ist, das wie im Traum
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Mich Verliebten hält.
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Wie der enge, schwüle Raum
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Seltsam mich umstellt!

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»fühlst du, was jetzt mich umblitzt
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Und mein stockend Herz?
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Wenn du bei dem Mädchen sitzt,
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Unter Kuß und Scherz,

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Fühl es fort und denk an mich,
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Aber ohne Graun:
43
Denk, wie ich im Sterben glich
44
Jungen, jungen Fraun.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Hugo von Hofmannsthal
(18741929)

* 01.02.1874 in Wien, † 15.07.1929 in Rodaun

männlich, geb. von Hofmannsthal

| Schlaganfall

österreichischer Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker und Librettist

(Aus: Wikidata.org)

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