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Weich und üppig, wie die Frucht des Südens,
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Wie die Muskatbeere an den Hängen um Bozen,
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Und lächelt nun nicht mehr.
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Und zwei Augen sind erloschen, die leuchten konnten,
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Wie das Ja der Braut leuchtet durch Kirchendämmerung,
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Und der Ruf des Knaben leuchtet in der Frühe,
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Wenn die Gassen noch dunkel sind,
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Und wie das Wort des Mannes, der einen Freund tröstet.
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So, Ludwig Thuille, warst Du, daß wir nicht wissen, Dich abzuschildern.
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Wir rufen die leichten, gelenken Vögel an,
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Denken an süße Früchte, Sonne und Rebenland,
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Und alles schön und innig, frisch und tapfer gütig Tönende
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Klingt in uns wieder, ein Echo gnädiger Augenblicke,
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Denken wir an Dich, Ludwig, der du ein Mensch warst, dessen Gegenwart
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Heiter den Geist der Schwere vertrieb und die Herzen erwärmte.
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Daß Du von uns gegangen bist,
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Heute noch scheints uns ein häßlicher Traum, unglaubhaft.
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Denn so voll Leben warst Du, daß Du von Deiner Kraft
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Täglich verschenktest, wie nur die Reichsten tun,
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Die Unerschöpflichen, denen es Wollust ist,
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Herzugeben aus ihrer Fülle, und die lächeln,
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Wundervoll schwillts nach, wenn sie den Überfluß
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Ringsum strömen lassen.
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Billiger Feierlichkeit,
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Allem Erzwungenen feind,
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Bist Du natürlichen Gangs,
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Leicht und zuweilen mit spöttischem Lächeln
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Über berechnetes Gebärdenspiel und den Krampf
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Allzu heftigen Applausverlangens,
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Ruhig voran- und emporgeschritten,
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Sicher des Ziels, weil eine Treue
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Unverrückbar Halt Dir gab und Richtung:
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Treue zu Dir und Deiner eingeborenen
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Nicht nur gab Dir ein Gott
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Auszutönen, was Du empfandest. Er gab Dir auch
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Aller Künstlergaben die schönste:
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Sinn für Grenze und Maß Deiner Kraft,
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Sinn für Grenze und Maß Deiner Kunst.
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Nie, ein Weiser und Erkennender,
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Hast Du über Dich hinaus begehrt, und nie
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Hast Du der Selbstzucht vergessen.
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Allzuschnell zufrieden;
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Was Deinen Namen trägt, ist vollgewichtig
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Ausgeprägt und bis ins Letzte
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Zeugnis ernstesten Meistergewissens.
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Aber Dein Ernst, er war
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Auch in den Tiefen der Innigkeit,
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Wenn Deine seelenvolle Kunst
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Schmerz aufklagen ließ und Sehnsucht
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Weit, weit her und weit hinauf,
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Hoch ins Unausdeutbare der Töne,
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Aufschwung ganz, Anrufung des Göttlichen:
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Die Psychefittiche der Grazien.
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Und, was sie klang, war Schönheit.
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Die Lust, der Schmerz, das Leben und der Tod,
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Haß, Liebe, Dunkel, Helle, Nacht und Tag,
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Das sanfte Grünen, wenn der Frühling kommt,
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Die letzte Sonnennachglut auf den Bergen,
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Der Elemente Aufruhr und der Frieden
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Im eignen Hause und der eignen Brust:
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Du wußtest, Künstler, Dichter, Fühlender
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Und tief Begreifender, des Lebens Sinn:
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Bewegte Kraft, Rhythmus und Harmonie,
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In allem Widerstreite immer Gott,
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Das sind nur Worte, und Musik allein,
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Die große Ahnerin und Trösterin,
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Vermag es, mit geheimnisvollster Kraft,
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Uns mehr davon zu künden.
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Wie keine Kunst, Musik.
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In Ahnungen das Göttliche.
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Unkörperlich, ein Hauch, ganz nur Gefühl,
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Jedoch aus innerstem Gesetz entströmt,
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In Dissonanzen auch, dem Leben gleich,
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Harmonisch stets: des Unbewußten Botin,
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Tönt ahnungsvoll sie die Gewißheit aus
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Von dem All-Einen, in dem wir leben,
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Du auch, Freund, hast uns
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Diese Botschaft verkündet;
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Dank schulden wir Dir,
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Treue und Freundschaft über das Grab hinaus,
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Aber nicht träge Trauer.
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Wir wollen Dir Treue halten, Ludwig,
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Treue einem treuen Diener der Schönheit,
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In der sich dem Menschen Gott offenbart hat,
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Und also Treue der heiligen Kunst.